Gipfeltreffen der ganz besonderen Art

Frauen am Berg bei Sportler Alpin in Bruneck

Dienstag, 09. Juni 2015 | 17:43 Uhr

Bozen – Am gestrigen Montag, 8. Juni fand bei SPORTLER Alpin Bruneck ein Gipfeltreffen der ganz besonderen Art statt. Gerlinde Kaltenbrunner, Tamara Lunger und Gabi Hofer sprachen über ihre Projekte und Ziele, ihre Motivation, sowie die Rolle der Frau als Bergsteigerin.

Extrembergsteigen ist nach wie vor eine Männerdomäne – doch die Frauen holen auf. Auch die drei außergewöhnlichen Bergsteigerinnen Gerlinde Kaltenbrunner, Tamara Lunger und Gabi Hofer verbindet eines: Sie haben ihren Traum von der Besteigung der höchsten Berge der Welt Realität werden lassen.

Im Rahmen einer interessanten und aufregenden Podiumsdiskussion haben die drei Bergsteigerinnen am 8. Juni in der SPORTLER Alpin Filiale Bruneck von Freundschaften auf dem Berg, ihren Zielen, ihrem Antrieb und dem, was ihr Leben abseits der Gipfel ausmacht, erzählt. Das Event war SPORTLER Vorteilskunden vorbehalten.

Die Bedeutung der Berge

Gabi Hofer aus Sterzing hat das Bergsteigen erst mit 40 Jahren entdeckt. Als Mutter zweier Kinder und Vollzeit arbeitende Krankenschwester war es nicht einfach Zeit fürs Bergsteigen zu finden. Durch die Unterstützung ihrer Familie gelang es ihr allerdings ihren Traum zu verwirklichen und bereits 1991 hat sie als erste Südtirolerin und gleichzeitig als erste Italienerin den 8.201 Meter hohen Cho Oyu bestiegen. Für Gabi bedeuten die Berge Lebensschule. Sei es durch das Bergsteigen als auch durch ihre Arbeit hat sie erkannt, dass der Körper, auch wenn man meint am Boden zu sein, immer noch Kraft und Reserven auf Lager hat, um auch die schwierigste Situation zu meistern.

Gerlinde Kaltenbrunner ist eine der erfolgreichsten Höhenbergsteigerinnen der Welt. Der Österreicherin ist ein Bergsteiger-Weltrekord geglückt: Als erste Frau hat sie alle 14 Achttausender-Gipfel ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen. Für Gerlinde sind die Berge ihr Lehrmeister. Durch die Berge hat sie gelernt mit schwierigen Situationen umzugehen, auch bei härtesten Bedingungen sich emotional unter Kontrolle zu behalten und richtige Entscheidungen zu treffen. Ihr Motto: Außergewöhnliches passiert nur auf holprigen Wegen.

Tamara Lunger, die Südtiroler Nachwuchs- und Rekordbergsteigerin, hat mit ihren 29 Jahren bereits zahlreiche Expeditionen erfolgreich zu Ende gebracht. Zu den größten Erfolgen zählt die Besteigung des K2 als erst zweite Italienerin und die des Lhotse als jüngste Frau. Für Tamara bedeuten die Berge sich selbst zu finden. Jeder Moment in den Bergen lässt sie bewusster, intensiver und dankbarer leben. Sie ist sich bewusst, dass es keine unmöglichen Träume gibt, wenn man am “wie” und “wie viel” arbeitet, um diese zu erreichen und umzusetzen.

Die nächsten Ziele

Welche Ziele die drei Bergsteigerinnen für die nahe Zukunft haben, hat Moderatorin Johanna Klapfer auch noch in Erfahrung bringen können:  Kaltenbrunner will erstmals den Frühling in ihrer Heimat genießen. Anschließend ziehe sie es wieder auf einen 6.000er oder 7.000er. Allerdings sei noch keine Expedition geplant. Lunger hingegen hat für den Winter bereits eine Expedition mit Simone Moro auf den Nanga Parbat geplant. In der Zwischenzeit hat sie allerdings andere Pläne. Sie möchte eine Ausbildung zur Hubschrauberpilotin erfolgreich abschließen. Hofer erklärte hingegen, dass auch für sie noch ein 5.000er oder 6.000er in Aussicht stehe.

http://my.sportler.com/frauenamberg/

Von: ©lu

Bezirk: Pustertal