Die Proteste gegen die Spritpreise gehen weiter

“Gelbwesten”: Zweites Todesopfer bei Protesten in Frankreich

Dienstag, 20. November 2018 | 23:22 Uhr

Im Zusammenhang mit den Protesten der Bürgerbewegung “Gelbe Warnwesten” ist in Frankreich ein zweiter Mensch gestorben. Ein 37 Jahre alter Motorradfahrer erlag am Dienstag seinen schweren Verletzungen, wie aus Justizkreisen verlautete.

Er war am Montag in Portes-les-Valence im Departement Drome im Südosten des Landes an einem Stau vorbeigefahren, der sich wegen einer Straßensperre der Demonstranten gebildet hatte, und war mit einem Lieferwagen zusammengestoßen, der wegen des Staus wenden wollte. Die Untersuchungen dauerten noch an, “aber wir haben zwei Menschen, die an Straßensperren gestorben sind”, sagte Innenstaatssekretär Laurent Nunez im Fernsehsender BFM.

Zum Auftakt der landesweiten Proteste waren am Samstag fast 290.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei überfuhr eine Autofahrerin eine 63-jährige Demonstrantin an einer Straßenblockade im Departement Savoie im Osten des Landes. Insgesamt wurden seit Samstag etwa 530 Menschen verletzt, 17 von ihnen schwer.

Die Bürgerbewegung protestiert unter anderem gegen die geplante Erhöhung der Diesel- und Benzinsteuer zum 1. Jänner. Auch am Dienstag beteiligten sich tausende Menschen an Straßenblockaden und anderen Protestaktionen.

Präsident Emmanuel Macron rief zum “Dialog” auf. Er wolle seine Politik erklären, um einen Ausweg zu finden, sagte er bei einem Besuch in Belgien. Innenminister Christophe Castaner ordnete an, die Blockaden von Treibstofflagern und an anderen “strategisch” wichtigen Punkten aufzulösen. Er beklagte eine “Radikalisierung” der Bürgerbewegung.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "“Gelbwesten”: Zweites Todesopfer bei Protesten in Frankreich"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
nickistda
nickistda
Neuling
28 Tage 10 h

“Radikalisierung”, Scheindemokratie nenne ich das. Kaum protestiert man im größeren Maße ist man schon zu radikal, wenn niemand protestiert ist alles gut. Als normaler Bürger soll man also nur mehr Däumchendrehen und hoffen das durch die ach so tolle Wählerstimme die man doch hat, alles besser wird…

Geri
Geri
Superredner
28 Tage 6 h

Ist längst schon so. Wer aufmuckt, wird schnell kriminalisiert. Recht auf Meinungsfreiheit hat der Bürger schon, aber nur in den eigenen 4 Wänden und ausserhalb nur, wenn es den Politikern passt, in abgesperrten Zonen, wo sein Protest niemanden erreichen kann und er somit kein “Unheil” anrichten kann. Der normale Mensch ist längst schon zum moderen Leibeigenen geworden, dessen Dasseinsberechtigung nur noch der Finanzierung der herrschenden Klasse dient. Ist vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber Tatsache!

wpDiscuz