Treffen zwischen Kompatscher mit Wallner

Gemeinsam auf Augenhöhe in Europa

Donnerstag, 10. September 2015 | 17:21 Uhr

Bozen – Zu einem ersten offiziellen Gespräch in Südtirol haben sich heute Landeshauptmann Arno Kompatscher und sein Vorarlberger Amtskollege Markus Wallner im Palais Widmann in Bozen getroffen. Dabei kamen gemeinsame Anliegen der Länder im Alpenraum zur Sprache wie etwa die gemeinsame Interessenvertretung in Brüssel, die Zukunft der Arge Alp sowie Standortentwicklung und Ausbildung.

Markus Wallner bekleidet seit 2011 das Amt des Landeshauptmannes von Vorarlberg. Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler seit 2006 Stellvertreter des ehemaligen Landeshauptmannes, Herbert Sausgruber. In dieser Funktion forcierte Wallner vor allem im kulturellen Bereich schon eine engere Zusammenarbeit zwischen Südtirol und Vorarlberg.

Bereits auf europäischer Ebene kreuzten sich die Wege der beiden Landeshauptleute, betonte Arno Kompatscher in der Presseerklärung nach dem heutigen Arbeitsgespräch. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Etablierung der EU-Alpenraumstrategie, die für beide Länder große Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten beinhaltet. Die Herausforderungen für die beiden Länder im Gebirge seien ähnliche, mit denselben Standortvor- und Nachteilen, so Kompatscher. Die Stärkung des Alpenraums sei auch oberstes Ziel der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) deren Vorsitz Vorarlberg zurzeit inne hat, unterstrich Landeshauptmann Wallner: "Die Alpenregion zählt schon heute zu den erfolgreichsten Regionen in Europa. Für die Herausforderungen der Zukunft rüsten wir uns am besten, wenn wir ein noch effizienteres Zusammenspiel von Akteuren und Aktivitäten sicherstellen", ergänzte Wallner im Gespräch mit Kompatscher. Südtirol sei ein besonders wichtiges Glied der Arge Alp.

Die gute Zusammenarbeit unterstrich  auch Landeshauptmann Arno Kompatscher: "Die spezifische Interessenlage im Alpenraum erfordert ein koordiniertes Vorgehen, um gute Perspektiven und neue Chancen für die Weiterentwicklung zu erschließen." Grundlage dafür solle die Makroregion Alpen bilden. Mit Beschluss der EU-Kommission Ende Juli, wurden hierfür die Weichen gestellt. Geben die europäischen Regierungschefs im Dezember grünes Licht, wäre der Alpenraum nach dem Ostseeraum, der Donauraumregion und der Region Adria-Ionisches Meer die bereits vierte Modellregion in Europa mit einer eigens abgestimmten, makroregionalen EU-Strategie. Beide Landeshauptleute sind sich einig über die Marschrichtung in Europa: "Die Makroregion wäre die ideale Plattform, in der alle Regionen des Alpenbogens auf Augenhöhe mit der Europäischen Union und mit den Mitgliedsstaaten gemeinsame Antworten für die spezifischen Anforderungen des Lebensraums formulieren können", betonte Landeshauptmann Kompatscher. Mit dem Instrument können sich die Regionen ein neues Sprachrohr gegenüber der EU schaffen, so Kompatscher weiter. Landeshauptmann Wallner ging auf die zusätzlichen Potentiale ein, die sich entfalten ließen: "Gerade in den Bereichen Wirtschaft, Innovation, Bildung, Energie, Klimaschutz, Verkehr und Tourismus ist für die Alpenregionen noch sehr viel möglich, wenn noch stärker zusammengearbeitet wird."

Im Bereich der Ausbildung sind beide Landeshauptleute vom eingeschlagenen Weg überzeugt. Sowohl die duale Ausbildung für Lehrlinge, als auch das ähnliche Berufsmatura-Modell versprechen eine positive Perspektive für Kinder und Jugendliche. "Bildung und Ausbildung werden in beiden Ländern als wichtige Handlungsfelder angesehen. Nicht umsonst können Vorarlberg und Südtirol auf eine im europäischen Vergleich äußerst geringe Jugendarbeitslosigkeit verweisen", stellte dazu Landeshauptmann Wallner klar. Auch im Bereich der Bildung lohnen sich Dialog und Zusammenarbeit für beide Seiten. "Vor allem die duale Ausbildung in Vorarlberg – jeder zweite Jugendliche macht eine qualitativ hochwertige Lehre – sucht europaweit seines Gleichen", rechnete Landeshauptmann Wallner vor. Beide Landeshauptleute betonten im Rahmen des Gesprächs den inhaltlichen Profit, der sich aus dem sachkundigen Austausch ergibt.
 

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen