427 Anlagen in Südtirol

Geothermische Energienutzung in Südtirol

Montag, 22. Juni 2015 | 17:54 Uhr

Bozen – Die gespeicherte Erdwärme der oberen Erdkruste kann mittels Tiefenbohrungen und der entsprechenden technischen Ausstattung zugänglich gemacht werden. Die in der Erde gespeicherte Energie kann auf unterschiedliche Weise genutzt werden und gehört zu den regenerativen Energiequellen. Die direkte Nutzung erfolgt mittels Wärmepumpen und dient zum Heizen oder Kühlen. Mit entsprechenden Koppelungsanlagen kann auch elektrische Energie gewonnen werden. Die Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas und Roland Tinkhauser informierten sich über die Situation in Südtirol.  
 
„Im Jahr 2009 wurden vonseiten der Landesregierung sieben tiefengeothermische Bohrungen bis zu 3.000 Metern Tiefe in den Gemeinden Schluderns, Schlanders, und Bozen sowie Bohrungen bis zu 5.000 Metern Tiefe in den Gemeinden Rasen-Antholz, Franzensfeste und Vahrn genehmigt“, erläutert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Roland Tinkhauser einleitend. „Ziel ist es, elektrische Energie und Fernwärme unter Verwendung eines binären Systems mit Dampfturbinen zu erzeugen. Diese Anlagen werden gegenwärtig weltweit erforscht und entwickelt. Aus diesem Grund wurden vonseiten des Amtes für Gewässerschutz die Probebohrungen genehmigt“, informiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„In Südtirol wurden seit dem Jahr 2002 insgesamt 314 Erdwärmesondenanlagen realisiert, die in erster Linie für die Klimatisierung in Ein- und Mehrfamilienhäusern Anwendung finden. Seit 1977 wurden 113 geothermische Anlagen mit Grundwasserentnahme verwirklicht“, erklärt Walter Blaas. „Einige öffentliche Gebäude, wie die Stadtbibliothek von Bruneck oder die Kletterhalle von Brixen, werden mit geothermischer Energie versorgt. Weitere Vorhaben sind in der Planung“, so der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„Die geothermischen Wärmepumpen werden vonseiten des Landes im Höchstausmaß von 30 Prozent der zuerkannten Kosten bezuschusst, insofern bestimmte Kriterien eingehalten werden“, so Blaas.
 
„Die weitere technologische Entwicklung im Bereich der Nutzung der geothermischen Energie wird abzuwarten sein“, halten die beiden Landtagsabgeordneten fest. „Der Einsatz der Technologie hängt in Südtirol von den Gesteins- und Bodenbeschaffenheiten ab sowie der entsprechenden Kosten- Nutzenkalkulation. Tiefenbohrungen sind nach wie vor aufwendig und kostspielig. Daneben kann nicht überall die Nutzung des Grundwassers für geothermische Anlagen mit einem offenem System genehmigt werden. Es besteht die Gefahr, dass die bestehende Grundwassernutzung dadurch beeinträchtig werden könnte“, informieren Tinkhauser und Blaas abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen