AFI nimmt Jahr 2020 unter die Lupe

Gesamteinkommen sinkt zum ersten Mal

Montag, 11. Juli 2022 | 12:34 Uhr

Bozen – Erstmals seit 2014 – also dem Jahr, in dem das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die Daten des Wirtschafts- und Finanzministeriums ausgewertet hat – geht in Südtirol die Gesamtsumme der erklärten Einkommen zurück. Der Rückgang bezieht sich auf das Steuerjahr 2020, das Jahr, in dem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen am stärksten zu spüren waren. Die Negativtendenz betraf nicht nur Südtirol (-3,5 Prozent), sondern alle italienischen Regionen, insbesondere jene im Norden. „Nur die Toskana hatte eine ähnlich starke Negativentwicklung wie Südtirol“, informiert AFI-Direktor Stefan Perini, „wo ebenso wie in Südtirol die Einkommen aufgrund der Lockdowns im Tourismussektor stark eingebrochen sind“.

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Auch in diesem Jahr hat das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die Daten des Wirtschafts- und Finanzministeriums unter die Lupe genommen. Im Jahr 2021 haben 419.131 Südtirolerinnen und Südtiroler den Steuerbehörden verschiedene Einkommensarten für das Steuerjahr 2020 gemeldet.

Auf dem zweiten Platz der gesamtstaatlichen Rangliste der Durchschnittseinkommen

Die insgesamt erklärte Einkommenssumme beläuft sich in Südtirol auf 10,4 Milliarden Euro, was einem durchschnittlichen erklärten Einkommen von 24.766 Euro entspricht. Im gesamtstaatlichen Vergleich der Durchschnittseinkommen liegt die Provinz Bozen an zweiter Stelle, davor nur noch die Lombardei (25.331 Euro).

An der Spitze der Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Gesamteinkommen steht Pfalzen mit 29.379 Euro. Es folgen Bruneck (29.073 Euro), Eppan (28.594 Euro), Vahrn (28.426 Euro) und Brixen (27.814 Euro). Die Landeshauptstadt Bozen (27.400 Euro) verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Positionen und klettert auf den siebten Rang.

Kategorie „Über 75.000“

Nur 3,3 Prozent der Steuerzahler geben ein Einkommen von mehr als 75.000 Euro an. Im Vergleich zu den Ergebnissen der beiden vorangegangenen Steuerjahre ist dies ein leicht rückläufiger Wert (3,5 Prozent sowohl 2019 als auch 2018). Die 13.812 Südtiroler Steuerpflichtigen mit einem Bruttoeinkommen von über 75.000 Euro machen 18,4 Prozent des gesamten in Südtirol erzielten Einkommens aus.

Rückgang der Steuereinnahmen

Der Rückgang der Einkommen betrifft natürlich auch die Steuereinnahmen, die von 2,2 Milliarden Euro im Steuerjahr 2019 auf 2,0 Milliarden Euro im Steuerjahr 2020 zurückgehen.

Bei der Analyse des Steueraufkommens in den einzelnen Bezirksgemeinschaften ist festzustellen, dass die Stadt Bozen, die hinsichtlich der Anzahl der Steuerpflichtigen nur an zweiter Stelle steht, mehr als ein Fünftel (22,7  Prozent) der in der Provinz eingezahlten IRPEF-Steuer auf sich vereint. Auf Bozen folgen das Burggrafenamt (18,7 Prozent) und das Pustertal (15,9 Prozent). Der Bezirk, der am wenigsten für die Staatskasse beiträgt, ist das Wipptal (3,7 Prozent), der aber auch von allen der Bezirk mit den wenigsten Steuerzahlern ist.

Die Gemeinden, in denen im Durchschnitt am meisten Steuern gezahlt wurden, sind Eppan (7.621 Euro pro Steuerzahler), Pfalzen (7.542 Euro), Vahrn (7.312 Euro), Bruneck (7.271 Euro) und Brixen (7.065 Euro).

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Gesamteinkommen sinkt zum ersten Mal"


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l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
1 Monat 3 Tage

In Vinschgau verdient man einfach nichts, simple.
Die großen Betriebe fehlen, in Metzgereien und Genossenschaften arbeiten billige Hilfsarbeiter.

Nicht ohne grund hauen alle ab.

felixklaus
felixklaus
Superredner
1 Monat 3 Tage

Wenn man die realen Einkommen der bauern hernehmen würde nicht nur kataster werte schaugt es im vinschgau schon anders aus

Kingu
Kingu
Superredner
1 Monat 3 Tage

Im Vinschgau ist man Hotelbesitzer oder Apfelbauer und damit reich oder armutsgefährdet, weil als arbeitnehmender Handwerker oder Dienstleister gehst du mit 1500€ nach Hause. Wobei viele Südtiroler bescheissen beim Einkommen, allein in meiner Nachbarschaft, verdienen viele weit mehr als 50-60k im Jahr sonst könnten sie nicht Haus bezahlen und 2 Autos unterhalten, obwohl ich in der Ostschweiz arbeite und laut den oberen Angaben in Südtirol zu den Top 3% der Verdiener gehören würde und trotzdem alleine nicht in den Leben ein Haus aufstellen kann, bei unseren Preisen, wo ich auch gleich in der Schweiz bauen kann.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

Hohe Einkommen, wie in Bruneck, sprich Pustertal sind nicht wirklich nur vorteilhaft. Mieten, Lebensunterhaltskosten usw. steigen mit diesen und was unterm Strich übrig bleibt ist dann oft nicht mehr als in anderen Landesteilen.

Fantozzi
Fantozzi
Superredner
1 Monat 3 Tage

Wenn man schaug wie olle leben mecht man moanen koaner verdient unter 100t euro

XBU_CobraElite
XBU_CobraElite
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Politiker verdienen immer mehr…Ein Wunder dass die Bevölkerung NICHTS unternimmt. Oder checkts hier keiner dass etwas Falsch läuft?🤷🏻‍♂️

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

Wenn du alle Politiker Gehälter in der Bevölkerung aufteilen würdest, was denkst du, wieviel du dann mehr hättest?

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