Unternehmerverband erkennt klare Prioritäten

GIS: “Handlungsspielraum für Unternehmen und Familien ausschöpfen!”

Donnerstag, 30. April 2015 | 12:49 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Landesregierung hat beschlossen, mögliche Nachbesserungen bei der Immobiliensteuer GIS in einer eigens dafür eingesetzten Arbeitsgruppe zu diskutieren. Der Unternehmerverband Südtirol sieht darin eine große Chance zur Unterstützung von Familien und Unternehmen und zur Ankurbelung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes.

„Die Befreiung von Erstwohnungen sowie die Reduzierung des Steuersatzes für gewerbliche Immobilien, die mit der GIS-Einführung beschlossen wurden, waren wichtige Schritte in die richtige Richtung. Dennoch haben Südtirols Unternehmen und Familien im Jahr 2014 180 Millionen Euro an GIS entrichtet. Das sind rund 100 Millionen Euro mehr, als 2011 für die damalige Gemeindeimmobiliensteuer ICI bezahlt wurden“, betont der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Stefan Pan.

Der Unternehmerverband Südtirol erkennt klare Prioritäten: „Die Befreiung der Erstwohnung soll als wichtige Unterstützung für Familien beibehalten werden. Die Reduzierung des Steuersatzes auf Gewerbeimmobilien ist jedoch ebenso von strategischer Bedeutung, wird doch gerade in diesem Bereich Beschäftigung geschaffen. Insbesondere muss die Gleichbehandlung aller Wirtschaftssektoren sicher gestellt werden. Derzeit gibt es nämlich Sektoren, die von der GIS gänzlich befreit sind oder für die ein Steuersatz von 0,2 Prozent gilt, während bei produzierenden Unternehmen ein Steuersatz von 0,56 Prozent angewandt wird“, erinnert Pan. Was den Bausektor betrifft, so weist der Unternehmerverband Südtirol darauf hin, dass hierzulande auch für unverkaufte Wohnungen die Gemeindeimmobiliensteuer zu entrichten ist. Im restlichen Staatsgebiet ist dies hingegen nicht der Fall.

Der Handlungsspielraum, um Familien und Unternehmen unter die Arme zu greifen, ist sicherlich noch nicht voll ausgeschöpft. „Eine effizientere öffentliche Verwaltung setzt  Ressourcen frei, die eine weitere  Reduzierung des Steuerdruckes ermöglichen. Das gilt auf allen Ebenen, von der staatlichen Verwaltung bis hin zu den Gemeinden. Bürokratische Abläufe verkürzen, Dienste angrenzender Gemeinden zusammenlegen oder deren Einkäufe zentralisieren: das sind nur einige der Einsparungsmöglichkeiten, die die 116 Südtiroler Gemeinden zugunsten von Familien und Unternehmen haben“, meint Pan abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen