Verdacht auf illegale Absprachen

Google und Meta sollen den Werbemarkt manipuliert haben

Samstag, 15. Januar 2022 | 13:24 Uhr

Mehrere US-Bundesstaaten werfen Führungsspitzen von Google und des Facebook-Mutterkonzerns Meta vor, direkt an illegalen Absprachen für eine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung beteiligt gewesen zu sein. Das von Texas angeführte Bündnis reichte am Freitag (Ortszeit) eine überarbeitete Fassung seiner gegen Google gerichteten Klageschrift vom Dezember 2020 ein.

Demnach waren Google-Chef Sundar Pichai und sein Stellvertreter Philipp Schindler sowie offenbar auch Meta-Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg an den Absprachen beteiligt.

Die Bundesstaaten werfen Google vor, die Versteigerung von Online-Werbung manipuliert zu haben, um jede Konkurrenz auszuschalten. Bei den Auktionen handelt es sich um ein ausgefeiltes System, das entscheidet, welche Werbeanzeigen auf Grundlage anonymer Nutzer-Profile auf Internetseiten erscheinen.

Dazu hätten Google und Facebook im September 2018 eine Vereinbarung getroffen, legen die Staatsanwälte der beteiligten Bundesstaaten dar. Unterzeichnet wurde diese demnach von Schindler und der “Geschäftsführerin und Mitglied des Facebook-Vorstands, die selbst eine Zeit lang die Werbeabteilung bei Google geleitet hatte”. Der Name dieser Facebook-Vertreterin wurde geschwärzt. Aus den Angaben ergibt sich aber, dass es sich um Sandberg handeln muss.

In der Klage wird außerdem eine E-Mail an Facebook-Chef Mark Zuckerberg zitiert, die offenbar von Sandberg stammt. Darin wird die Vereinbarung mit Google als “strategisch sehr wichtig” bezeichnet. Weiter heißt es: “Wir sind kurz vor der Unterzeichnung und brauchen die Zustimmung, um weiter zu machen.” In der Klageschrift heißt es außerdem, dass die Abmachung auch von Pichai, der Google und dessen Mutterkonzern Alphabet leitet, “persönlich gebilligt” worden sei.

Google reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Der Internetriese hat Vorwürfe der Marktmanipulation aber bereits wiederholt zurückgewiesen.

Meta sprach in seiner Reaktion auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP von einer “nicht exklusiven Bieter-Vereinbarung mit Google”. Ähnliche Vereinbarungen habe Meta auch mit anderen Plattformen getroffen und damit den Wettbewerb bei der Platzierung von Werbung erhöht.

Gegen Google richten sich noch zwei weitere Klagen der US-Behörden. In einer davon wirft die US-Regierung dem Unternehmen ein “illegales Monopol” bei der Online-Suche und Online-Werbung vor. Die im Oktober eingereichte Klage könnte zu einer Aufspaltung des Internetriesen führen.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens eMarketer hatte Google vergangenes Jahr einen Anteil von 28,6 Prozent am weltweiten Online-Werbemarkt. Dahinter folgte Facebook mit einem Marktanteil von 23,7 Prozent.

Von: APA/AFP

Kommentare

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7 Kommentare auf "Google und Meta sollen den Werbemarkt manipuliert haben"


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N. G.
N. G.
Universalgelehrter
4 Tage 4 h

Der “mündige” und erfahrene Internetnutzer weiß um das Problem der immer gleichen Ergebnisse bei der Suche nach einem Produkt und besucht man dann andere Seiten erscheinen unzählige Webeanzeigen zur selben Suche.
Ein zweischneidiges Schwert, zum einen wird man verleitet genau dieses Produkt zu kaufen aber auf der anderen, wenn mans auch haben will, kann mans ausnutzen. Persönlich hab ich darauf gewartet bis bei der gefühlt hundertsten Werbung das Teil nur noch 2/3 vom ursprünglichen Preis gekostet hat. Die Prozedur ist immer die selbe.

SilviaG
SilviaG
Grünschnabel
4 Tage 3 h

@ng
Dann empfehle ich dir mal einschlägige Dokus.
Hohe Mitarbeiter bei Meta,Twitter und Co durchblicken nicht einmal genau, wie diese Hirnwäsche genau funktioniert. Du aber schon?
Eines ist sicher, sie haben auch Dich schon fest im Griff

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
3 Tage 23 h

@SilviaG Dich ignoriere ich! Mit gutem Grund! Gleichgültigkeit ist eine der größten Strafen. Sonst bekommt hier jeder Antwort, du NICHT, NICHT MEHR!

SilviaG
SilviaG
Grünschnabel
3 Tage 18 h

@ng
Das verstehe ich, denn die Wahrheit tut weh. Ich werde dir aber trotzdem ab und zu zu zeigen wenn du falsch liegst.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
4 Tage 2 h

Hoppala! Wie komnte denn so was passieren 🤔 ?

Neumi
Neumi
Kinig
3 Tage 22 h

Dass vor allem Shop-Seiten bei einer Suche aufscheinen und kaum Informationsseiten, ist nichts Neues. Man kann als Händler auch so gut wie legal dafür sorgen, dass man weiter oben landet.

Darum geht’s gar nicht. Die Frage ist, ob Google hier manuell eingreift und manche bevorzugt.

World
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Tratscher
3 Tage 4 h

Ich denke, das ist nur eine Spitze von vielen Eisbergen. Möchte gar nicht wissen, wieviele “krumme Dinger” die “Internet-Riesen” noch so drehen.

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