Die EU schlafwandele am Abgrund, warnte Tsipras

Griechenlands Ministerpräsident kritisiert EU-Sparpolitik

Samstag, 27. August 2016 | 20:04 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat scharfe Kritik an der vor allem von Deutschland geforderten strengen Sparpolitik der Europäischen Union (EU) geübt. Sie schaffe immense Ungleichheit unter den EU-Mitgliedern und drohe, die Union zu zerreißen. Die EU schlafwandele am Abgrund, warnte er.

Das Brexit-Votum der Briten werde entweder dazu führen, dass die EU-Führer aufwachten oder es sei der Beginn vom Ende der EU, sagte Tsipras der Sonntagszeitung “Realnews”. Deutliche Kritik richtete er an die Adresse Deutschlands, dass als Sparkasse Europas agiere, mit großen Überschüssen, eingefrorenen Löhnen und einer niedrigen Inflation. Und dies in einer Zeit, da die schuldengeplagten Südländer der EU alle Rekorde bei der Arbeitslosigkeit brächen.

“Wenn das Dogma Schäubles von einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten und von Niedriglohn-Wirtschaftszonen nicht abgelegt wird, wird dies Europa an den Rand der Auflösung bringen”, sagte Tsipras dem Blatt zufolge. Für sein Land forderte der Ministerpräsident, die Schuldenlast auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Außerdem müsse der von Griechenland verlangte Haushaltsüberschuss reduziert werden, um Mittel für die Ankurbelung der Wirtschaft freizugeben.

Die griechische Wirtschaft ist in den vergangenen sechs Jahren um ein Viertel geschrumpft. Die Arbeitslosenrate liegt bei 23,5 Prozent.

Von: APA/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Griechenlands Ministerpräsident kritisiert EU-Sparpolitik"


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elmar
Grünschnabel
29 Tage 20 h

wie Recht er hat und die größte Frechheit ist das Deutschland seine Banken mit Eu Geldern saniert hat und den anderen Staaten dies verwehrt und mit ihrer Sparpolitik die ganze Wirtschaft Lam legt und somit die EU zerstört weil sie denken hauptsache unsere Wirtschaft Wächst aber dabei denken sie nicht das es auch Abnehmer für ihre Produkte braucht

santina
Tratscher
29 Tage 8 h

@elmar
Genauso ist es!

Dublin
Tratscher
29 Tage 6 h

Die südlichen Länder, Italien inbegriffen, die eh kein Geld im Sack haben, weil sie Jahrzehnte lang über ihre Verhältnisse gelebt haben, möchten natürlich weiterhin auf Pump existieren, anstatt Hausaufgaben zu machen. Ist ja verständlich.

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