Kredite dürften teurer werden

Großbritannien steht vor erster Zinserhöhung seit 10 Jahren

Donnerstag, 02. November 2017 | 00:20 Uhr

In Großbritannien entscheidet die Notenbank heute, Donnerstag, über eine erste Zinserhöhung seit zehn Jahren. Die Währungshüter in London haben die Finanzwelt mit entsprechenden Signalen auf einen solchen Schritt eingestimmt, mit dem Kredite auf der Insel teurer werden dürften. Die meisten Experten rechnen mit einer Zinsanhebung um einen Viertelpunkt auf 0,5 Prozent.

Die Bank of England hatte den Schlüsselsatz im August 2016 nach dem Brexit-Schock auf das historisch niedrige Niveau von 0,25 Prozent gesenkt. Seit dem EU-Austrittsvotum der Briten hat das Pfund deutlich abgewertet, was Importe verteuert und so die Preise anheizt. Mittlerweile liegt die Inflationsrate mit drei Prozent weit über der Zielmarke der Notenbank. Eine straffere Geldpolitik stärkt tendenziell die Währung und dämpft den Preisauftrieb.

Obwohl die große Mehrheit der von Reuters befragten Experten mit einer Erhöhung rechnet, sehen manche den Schritt kritisch: “Ich persönlich hielte das für verrückt”, sagt Jim McCaughan vom Finanzhaus Principal Global Investors. Eine Straffung komme in einer wirtschaftlichen Flaute zur Unzeit. Zugleich tue die Notenbank den Exporteuren keinen Gefallen: Denn mit einem stärkeren Pfund schwinde deren Wettbewerbsvorteil auf den Weltmärkten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Großbritannien steht vor erster Zinserhöhung seit 10 Jahren"


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Universalgelehrter
16 Tage 15 h

Konsequenz aus dem Brexit?  😉😉😉

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