Zölle auf 97 Prozent der Export-Produkte abgeschafft

Großbritannien und Neuseeland schließen Freihandelsabkommen

Donnerstag, 21. Oktober 2021 | 10:03 Uhr

Großbritannien hat nach dem Brexit neben Australien jetzt auch mit Neuseeland ein Freihandelsabkommen vereinbart. Das Abkommen steht im Grundsatz. Details sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Der Pakt werde die wirtschaftliche Erholung Neuseelands nach der Pandemie beschleunigen und dem Land einen “beispiellosen Zugang” zum britischen Markt verschaffen, sagte Premierministerin Jacinda Ardern am Donnerstag.

Ihr britischer Amtskollege Boris Johnson bezeichnete die Vereinbarung als “das Sahnehäubchen einer langen und dauerhaften Partnerschaft” zwischen den beiden Ländern. “Es ist gut für unsere beiden Volkswirtschaften, da es Arbeitsplätze und Wachstum fördert (…)”, sagte Johnson.

Für Großbritannien ist die Vereinbarung vor allem eine strategische Entscheidung. London hofft auf eine Aufnahme in das Handelsabkommen CPTPP der Pazifikanrainer. Das, so die Hoffnung, könne langfristig den Weg zu einem Zugang zum US-Markt bieten. Die USA sind nicht Mitglied von CPTPP. Die Hoffnung der Briten ist aber, dass sich das ändert.

Für die britische Wirtschaft bietet das Abkommen mit Neuseeland einer Analyse der Regierung zufolge kaum Vorteile. Der Handel mit der ehemaligen Kolonie macht 0,2 Prozent des britischen Außenhandels aus. Bauernverbände warnen zudem, dass die Produkte heimischer Landwirte durch billigeres Lammfleisch aus Neuseeland verdrängt werden könnten. Am Tag des Inkrafttretens des Abkommens werden die Zölle auf 97 Prozent der Export-Produkte beider Länder abgeschafft, so Ardern.

Es ist der zweite komplett neue Freihandelspakt, den Großbritannien seit seinem Austritt aus der EU Anfang 2021 abgeschlossen hat. Eine Reihe weiterer Abkommen wurde mit Ländern geschlossen, mit denen das Land bereits durch EU-Handelsabkommen verbunden war. Johnson ist nach dem Brexit und der Abkehr vom Handel mit der Europäischen Union auf der Suche nach neuen Bündnissen.

Von: APA/dpa/Reuters

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