Vermögen in Österreich besonders ungleich verteilt

Große Ungleichheit bei Vermögensverteilung in Österreich

Montag, 14. Januar 2019 | 21:05 Uhr

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat heute eine Studie zur Vermögensverteilung in Österreich veröffentlicht. Demnach ist die Ungleichheit in Österreich besonders groß: Vermögen sind ungleicher verteilt als Einkommen. Erbschaften sind ungleicher verteilt als Vermögen. Österreich habe eine der höchsten Vermögensungleichheiten in Europa, heißt es in der Studie.

Die Vermögensungleichheit sei – über die Zeit – laut den Erhebungen in Österreich relativ stabil, so die OeNB-Studie. In Österreich und Deutschland ist die Ungleichheit der Vermögensverteilung besonders groß. Noch ungleicher als die Verteilung von Vermögen ist die Verteilung von Erbschaften: 62 Prozent der Haushalte haben noch nie etwas geerbt, während bei den verbleibenden 38 Prozent die Erbschaften bei den meisten relativ geringe Beträge umfassen.

Der Anteil an Immobilieneigentümern sei in Österreich gering. Relativ wenige Haushalte investieren in risikoreiche Veranlagungen.

Das sind einige der Ergebnisse der heute veröffentlichten dritten Welle des Household Finance and Consumption Survey (HFCS 2017) der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Seit 2010 wird von Experten der Nationalbank das Vermögen von privaten Haushalten erhoben.

Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die Vermögensungleichheit: Das reichste Prozent der Haushalte in Österreich besitzt fast ein Viertel des Vermögens, die obersten 10 Prozent haben mehr als die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung gemeinsam. Der Anteil des reichsten Prozents am gesamten Vermögen bleibt bei fast einem Viertel konstant hoch, während sich die unteren 50 Prozent gemeinsam nicht einmal 4 Prozent des Vermögens teilen. Die hohe Ungleichheit bei privaten Vermögen werde allerdings noch unterschätzt, so die AK-Experten, denn superreiche Haushalte findet man in den HFCS-Daten keine. Diese kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht in die zufällig gezogene Stichprobe und haben auch eine höhere Tendenz der Teilnahmeverweigerung.

Von: apa