Gutes Bild hängt von verschiedenen Faktoren ab

Gutes TV-Bild zur Fußball-WM ist eine Frage der Einstellung

Donnerstag, 07. Juni 2018 | 10:28 Uhr

Am 14. Juni ist Anpfiff: Das erste Match der Fußball-WM startet in Russland. Ein guter Grund zu überprüfen, ob Fernseher, Beamer und Klangausstattung so fit sind wie die Spieler. Ein paar Tipps reichen bereits für die Optimierung.

Entspannt zurücklehnen, ein kühles Getränk in Griffweite und sich gemeinsam mit Freunden auf den Spielstart freuen – so sieht für Zuschauer zu Hause der perfekte WM-Start aus. Dumm nur, wenn das Bild zu dunkel ist, der Fußball im Flug verwischt oder den Spielern die Kontur fehlt. Wenn dann noch die schwachen Lautsprecher des TVs oder Beamers den Kommentator oder die Trillerpfeifen im Hintergrund grell wiedergeben, ist die Spielfreude endgültig dahin. Zum Glück lässt sich da einiges machen.

TAGESLICHTBILDER: Zu dunkel wirken die Bilder vom TV oder Beamer, sobald allzu helles Tagelicht im Raum die Kontraste ausbleicht. Noch heftiger macht sich dies im Freien bemerkbar, etwa im Garten. Dann heißt es, die Lichtreserven der Bildmaschinen anzuzapfen. Fernseher und Beamer sind oft auf “Film”- oder “Kino”-Modus gestellt. Die Lichtleistung ist hier geringer, da sie für eine abgedunkelte Umgebung gedacht ist. Über eine Taste auf der Fernbedienung oder im Bedienungsmenü unter den Bildeinstellungen finden sich allerdings weitere Modi wie “Brillant”, “Tageslicht” oder andere Begriffe. Mit ihnen sind die Bilder strahlender und farbkräftiger.

DER FUSSBALLMODUS: Einzelne Modelle bieten sogar einen “Sport”- oder “Fußball”-Modus, der zur WM Käufer locken soll. Herbert Bisges, Fachmann bei der Zeitschrift “HiFi Test”, hält davon nicht allzu viel: “Der Begriff suggeriert eine Optimierung, die es nicht gibt”, sagt er. “In der Regel werden Kontraste und Farben lediglich stark übertrieben dargestellt, eine Qualitätssteigerung ist dies nicht.” Er rät, andere Einstellungen zu wählen. Generell gilt: Bilder vom TV-Schirm oder vom Beamer sollten nicht direkt von der Sonne angestrahlt werden, sonst kommen die Geräte kaum gegen das Licht an. Bei TV-Schirmen drohen zudem Lichtreflexionen.

HD, FULL-HD ODER MEHR? Der Bezahlsender Sky überträgt 25 der WM-Begegnungen in Ultra High Definition (UHD, 3.840 zu 2.160 Pixel). Schärfer geht es aktuell nicht. Auf allen anderen Kanälen gibt es Full HD (1.920 zu 1.080 Pixel) oder HD (1.280 zu 720 Pixel), wobei die öffentlich-rechtlichen Sender alle Spiele zeigen.

Wer einen Neukauf erwägt, liegt mit UHD-TVs in jedem Fall richtig. Sie beherrschen die neue Kontrasttechnik High Dynamic Range (HDR), die viel Schirmhelligkeit erfordert. Doch auch TVs und Beamer, die über kein HDR verfügen, können durchaus mit genügend Helligkeit aufwarten. Unter den TVs siegen im Vergleich der Helligkeit LCD-Schirme gegenüber den teureren OLEDs. Bei Projektoren empfehle sich eine Leuchtkraft um 3.000 Lumen, sagt Ulrike Kuhlmann von der Fachzeitschrift “c’t”.

DIE PASSENDE LEINWAND: Beamer benötigen als Mitspieler eine Leinwand. Eine Alternative: “Ein günstiges, blickdichtes 30-Euro-Verdunklungsrollo, wie man es für Fenster verwendet, hat bei uns bei unseren Tests zu brauchbaren Ergebnissen geführt”, erklärt Kuhlmann. Für optimierte Leinwände kann man sonst locker so viel ausgeben wie für Beamer. Wichtig: “Den Bereich um die Leinwand muss man immer abdunkeln, etwa mit einer hervorstehenden Umrahmung der Projektionsfläche. Schatten unter Bäumen allein reicht nicht aus.” Carports bieten sich fürs Outdoor-WM-Erlebnis ebenfalls an. Allerdings nur, wenn auch hier mit dunklen Tüchern abgeschattet wird.

5.1-Rundumsound ergänzt das Angebot, so dass man mit einer entsprechenden Surroundanlage auch etwas leiser abgespielt spannungsvollen Stadion-Klang erhält.

LANGSAMER ALS DER BALL: Wenn der Ball im Flug verschwindet oder sehr unscharf wird, liegt das oft an betagter Technik. Ältere und günstigere Modelle bauen die Bildfolgen zu langsam auf, um den schnellen Bewegungen folgen zu können. Zuweilen ruckelt das Bild dann auch heftig. Besser funktioniert das bei etwas höherwertigen TV- und Beamer-Modellen ab etwa 1.000 Euro, die schneller schalten.

Zu erkennen sind sie oft daran, dass man im Bildmenü einstellen kann, ob Bewegungen besonders glatt und damit scharf oder eher nach Kino und damit etwas bewegter aussehen sollen. Wer bereits so ein Gerät besitzt, sollte alle Bewegungsmodi ausprobieren und prüfen, welcher am besten passt. Herbert Bisges ergänzt: “Teurere Marken-UHD-TVs besitzen in der Regel schaltschnelle 100-Hertz-Schirme.” Diese sind in der Bewegungsdarstellung genauer als übliche Geräte, die mit 50 Bilder pro Sekunde nur den halben Wert erreichen.

“Welcher Schirm in welchem Gerät steckt, erfährt man in der Regel aber nur auf genaue Nachfrage”, sagt Bisges. Als Faustregel für eine Neuanschaffung gilt: Bei Full-HD-TVs und “kleinen” UHD-Fernsehern bis 43 Zoll Diagonale sind 50-Hertz-Geräte die Regel, bei hochwertigen Ultra-TVs ab 139 Zentimetern Bilddiagonale, etwa mit OLED- oder “Quantum-Dot”-Technik, handelt es sich in Regel um 100-Hertz-Displays. Das schlägt sich allerdings im Preis nieder.

DAS WARTEN AUF DAS TOR: Ein Ärgernis für Fans ist die unterschiedliche Signalgeschwindigkeit. Am frühesten jubeln Sat-Kunden über das Tor, hat die “c’t” ermittelt. DVB-T 2 HD kommt etwa im ZDF 2,5 Sekunden später an (ARD: 4,5). Im Digitalkabel sind es rund 6 Sekunden. Beim Internetempfang kann es bis zu rund 50 Sekunden dauern – da erfährt man eher durch die Nachbarn vom Treffer. Schneller soll es laut “c’t” beim Streaming-Dienst “waipu.tv” gehen. Ein neues Programm mit geringer Latenz liegt nach ersten Messungen nur 2,5 Sekunden hinter Digital-Satellitenempfang.

Von: APA/dpa

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