Der nächste Hacker-Ansturm kommt bestimmt

Hacker rüsten sich für Sabotage von Kraftwerken

Donnerstag, 07. September 2017 | 16:30 Uhr

Sabotage kritischer Infrastruktur wie Kraftwerke über das Internet zählt seit Jahren zu den großen Angstszenarien. Nach Erkenntnissen von Sicherheitsforscher versuchen Hacker gerade in großem Stil, dafür nötige Informationen zu sammeln.

Eine seit Jahren aktive Hacker-Gruppe kundschaftet laut IT-Sicherheitsexperten Kraftwerke im Westen und der Türkei aus, um sie sabotieren zu können. Dabei gehe es derzeit darum, in Computernetze einzudringen und Informationen zu sammeln, erklärte die Sicherheitssoftwarefirma Symantec. Die Hacker seien in die Netze von 20 Unternehmen in den USA, 6 in der Türkei und eines Branchenzulieferers in der Schweiz eingedrungen. Auch Kraftwerke in Deutschland, den Niederlanden und Belgien, seien dabei ins Visier geraten, es seien aber keine erfolgreichen Angriffe festgestellt worden.

In einigen Fällen seien Screenshots von der Steuersoftware der Industrieanlagen angefertigt worden, um sie zu studieren. Unter anderem dadurch seien die Angreifer dem Ziel näher gekommen, die Kontrolle über die Anlagen zu übernehmen, sagte Symantec-Forscher Candid Wüest der Deutschen Presse-Agentur.

“Zum anderen haben wir gesehen, dass gezielt Dokumente abgeschöpft wurden”, sagte Wüest. Es sei davon auszugehen, dass unter den PDF- und Word-Dateien auch Aufbaupläne für einzelne Komponenten seien. “Das ermöglicht natürlich jetzt, mit diesem Wissen einen nächsten Angriff besser vorzubereiten, selbst wenn die Passwörter geändert wurden.” Und gerade solche Betriebe wie Energieerzeuger blieben zum Teil jahrzehntelang kaum verändert in Betrieb. Symantec habe dabei keine Angriffe auf Atomkraftwerke festgestellt.

“Wir sehen, dass die wahrscheinlichsten Ziele Fernzugriff und Sabotage sind”, sagte Wüest zum Vorgehen der Angreifer. In den bisher bekannten Fällen war es Hackern 2015 und 2016 zwei Mal gelungen, Kraftwerke in der Ukraine zu stören.

Die Gruppe, die derzeit in die Netze der Kraftwerke einzudringen versucht, ist laut Symantec bereits seit 2011 aktiv und wird unter dem Namen “Dragonfly” geführt. Die Sicherheitsforscher legen sich nicht auf die Herkunft der Gruppe fest. Im Softwarecode seien Fragmente auf Russisch und Französisch gefunden worden, das könnten aber auch falsche Fährten sein.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Hacker rüsten sich für Sabotage von Kraftwerken"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
sepp2
sepp2
Tratscher
15 Tage 21 h

warum muß die Steuerung eines Kraftwerkes ans Internet angeschlossen sein?

Tabernakel
15 Tage 21 h

Früher mit der Kreidetafel…

sepp2
sepp2
Tratscher
15 Tage 20 h

@Tabernakel
wieder einmal ein sinvoller Kommentar von Ihnen -.-

Tabernakel
15 Tage 19 h

@sepp2 Danke.

Shakespeare
Shakespeare
Tratscher
15 Tage 10 h

hacken muss nicht unbedingt bedeuten sich übers Internet zugriff zu verschaffen.

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