"Es muss an gemeinsamen Lösungen gearbeitet werden"

Handelskammer: Bevölkerung leidet unter den extrem hohen Strompreisen

Dienstag, 06. September 2022 | 10:31 Uhr

Bozen – Der Strompreis ist stark gestiegen und in Zukunft sind noch weitere Preiserhöhungen zu erwarten. Zahlreiche Menschen und Betriebe leiden stark unter diesen Strompreissteigerungen. Kürzlich haben sich Giuliano Vettorato, Landesrat für Energie der Autonomen Provinz Bozen, Hanspeter Fuchs, Präsident des Südtiroler Energieverbandes, Rudi Rienzner, Direktor des Südtiroler Energieverbandes, Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen und Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, im Büro des Landesrats getroffen, um nach Lösungen für dieses Problem zu suchen.

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In Südtirol steht besonders die Nutzung der Wasserkraft im Fokus. Hierzulande werden jährlich 6,8 Terawattstunden (TWh) Strom produziert. 6,6 TWh liefern erneuerbare Energiequellen und 88 Prozent dieses wertvollen grünen Stroms erzeugen Wasserkraftwerke. Südtirol verbraucht pro Jahr 3,1 TWh Strom. Südtirol exportiert also mehr als die Hälfte der Stromproduktion in andere italienische Regionen und leistet damit auch jenseits der Landesgrenzen einen Beitrag zur Energiewende. “Aber das bedeutet nicht, dass man sich bei der Stromproduktion in der nördlichsten Provinz Italiens nun Stillstand leisten kann, denn es bestehen weitere Ausbaumöglichkeiten, besonders in Bezug auf die Wasserkraft und die Solarenergie”, so die Handelskammer.

Über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Maßnahmen zum Ausbau dieser nachhaltigen Energieformen und zur Senkung des Strompreises tauschten sich kürzlich bei einem Treffen der Südtiroler Energielandesrat, der Präsident des Südtiroler Energieverbandes, der Direktor des Südtiroler Energieverbandes, der Handelskammerpräsident und der Generalsekretär der Handelskammer Bozen aus.

„Dass Südtirol so viel Strom produziert, muss sich auch in einem vergünstigten Strom für die heimische Bevölkerung und Südtirols Betriebe niederschlagen. Wir können nicht zusehen, wie die Energiepreise immer mehr steigen“, so Hanspeter Fuchs, Präsident des Südtiroler Energieverbandes. Rudi Rienzner, Geschäftsführer des Südtiroler Energieverbandes fügt hinzu: „Kurzfristig sind wir den Preissteigerungen ausgesetzt, aber mittel- bis langfristig sollte Südtirol die Voraussetzungen schaffen, um in Zukunft besser vor Energiepreissteigerungen gewappnet zu sein.“

Wo dabei als erstes die Schrauben angesetzt werden müssen, erklärt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen: „Um bessere Voraussetzungen zu schaffen und mehr Strom zu produzieren, müssen dringend Gesetzesänderungen durchgeführt werden. Auch bürokratische Vereinfachungen dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden.“

Für die Zukunft sind weitere Treffen geplant, um bei diesem wichtigen Thema Südtirols Bevölkerung und Betrieben mit Vorschlägen und Maßnahmen bestmöglich zur Seite zu stehen. Ziel ist es auch, besser vor zukünftigen Energiepreissteigerungen gewappnet zu sein.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Handelskammer: Bevölkerung leidet unter den extrem hohen Strompreisen"


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So ist das
27 Tage 15 h

Das wird sich noch verstärken, denn von unserer Politik ist nicht viel zu erwarten, die ist mit sich selbst beschäftigt 🤔

traktor
traktor
Kinig
27 Tage 14 h

die südtiroler wasserkraftwerke produzieren mit dem wasser der südtiroler um ca.4cent/ kwh ( umweltgelder inbegriffen)grüne energie! und wir südtiroler als endkunden bezahlen 40cent/ kwh!( bei einem landwirtschaftszähler sogar 80cent/ kwh)
finde den fehler!!!!
lassen wir uns von der landesregierung nicht länger verarschen und forden unseren strom !!!!

tom
tom
Universalgelehrter
27 Tage 10 h

bereits gefunden. der teuerste Kraftwerkstyp bestimmt den Preis und zur Zeit ist der das Gaskraftwerk

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
27 Tage 6 h
@traktor…. ein propagandistischer Kommnentar aus der Ecke der STF oder der Blauen?…. der Strommarkt ist gar nicht so einfach, wie man meint! Die Landesregierung bestimmt nicht den Strompreis, also kann sie auch nicht viel dafür. Die Landesregierung erlässt auch keine Gesetze, dazu gibt es den Landtag mit seinen Kompetenzen. Mit Wasserkraft wird Spitzenstrom produziert, nicht Basisstrom. Wasserkraft gibt es auch nur, wenn es genügend Wasser gibt! Zurzeit eher Mangelware = wir müssen den Strom anderswo herbekommen. Übrigends, wir Kunden entscheiden, bei wem wir den Strom erwerben. Hat man sich Gedanken darüber gemacht oder meckert man nur? PV_Anlage auf dem Dach.… Weiterlesen »
Oracle
Oracle
Universalgelehrter
27 Tage 6 h

@tom…. zumindest jemand, der sich ein bisschen schlau macht und nicht einfach nur was sagt! Stichwort “Merit-Order”…..

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
27 Tage 6 h

@traktor …… Stichwort “Merit-Order”….. kann die Landesregierung autonom wahrscheinlich nicht abändern, oder?

N. G.
N. G.
Kinig
27 Tage 14 h

Die Handelskammer setzt sich für die Konsumenten von Strom ein?
Verkehrte Welt? Blinken die Schaufenster nicht mehr?

brunner
brunner
Universalgelehrter
27 Tage 14 h

Die Folge ist einfach….ich als Arbeitnehmer spare wo es geht und habe ab jetzt überhaupt keine Absicht mehr irgendwelche Luxusgüter, Reisen oder sonstige nicht unbedingt notwendige Dinge zu erwerben….

N. G.
N. G.
Kinig
27 Tage 15 h

Ich brauche Strim, ich bezahl den Strom!

hoffnung
hoffnung
Tratscher
27 Tage 9 h

Die Senioren, die nur wenig oder eine Mindestrente bekommen sind arm dran. Sonst merkt man von Armut oder Leiden in Südtirol noch wenig.

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