„Spielräume nutzen“

Handelskammer: Strompreise müssen reduziert werden

Mittwoch, 05. Oktober 2022 | 08:43 Uhr

Bozen – Die Strompreise sind zuletzt stark gestiegen. Südtirols Bevölkerung und Unternehmen leiden sehr unter diesen Preissteigerungen. Die Handelskammer Bozen setzt sich dafür ein, dass die Strompreise reduziert werden.

Die nationale Behörde ARERA (Autorità di Regolazione per Reti e Ambiente) regelt unter anderem den Strommarkt in Italien. Zurzeit ist dieser in vier Zonen (Nord, Mitte, Süd, Inseln) aufgeteilt. Die Region Trentino-Südtirol bildet gemeinsam mit den Regionen Aostatal, Piemont, Ligurien, Lombardei, Friaul-Julisch Venetien und der Emilia Romagna die Zone Nord.

„Es wäre für die Südtirolerinnen und Südtiroler sehr vorteilhaft, wenn für unser Gebiet eine eigene Zone eingerichtet werden würde. Südtirol produziert mehr Strom aus alternativen Energiequellen als andere Regionen. Deshalb könnte der Strom mit einer eigenen Zone hierzulande mittelfristig günstiger angeboten werden“, so Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.

Der Artikel 13 Komma 4 des Autonomiestatuts bezieht sich auf die Strompolitik und regelt diese wie folgt: „Die Provinzen bestimmen (…) mit Landesgesetz die Kriterien zur Festsetzung des Preises des im Sinne von Absatz 3 an die Verteilerbetriebe abgegebenen Stroms; ebenso setzen sie im Einklang mit der Rechtsordnung der Europäischen Union die Richtlinien für die Verbrauchertarife fest.“

Eine Autonomie stehe auch im Einklang mit der europäischen Gesetzgebung. „Diese Spielräume müssen genutzt werden. Viele Südtiroler Bürger und die Unternehmen können sich nämlich die hohen Strompreise mittelfristig nicht leisten“, ist Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, überzeugt.

In Südtirol scheint durchschnittlich an über 300 Tagen im Jahr die Sonne. Verschiedene Flüsse prägen das Landschaftsbild. Diese Gegebenheiten würden das Land zum idealen Standort für erneuerbare Energiequellen wie der Solarenergie und der Wasserkraft machen.

Damit diese Energiequellen weiter ausgebaut werden können, brauche es Landesgesetze und Durchführungsbestimmungen. Auch auf nationaler Ebene müssten Gespräche geführt werden, heißt es vonseiten der Handelskammer.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
So ist das
1 Monat 29 Tage

.. Damit diese Energiequellen weiter ausgebaut werden können, brauche es Landesgesetze und Durchführungsbestimmungen…

Dazu brauche es aber auch kompetente Politiker 🤔

Der Wahrhaftige
Der Wahrhaftige
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Das wäre bei uns in Südtirol leicht machbar wenn die Alperia nicht den Strom nach Italien verkaufen würde und nachher den Strom für uns Südtiroler teuer wieder einkauft. 
“Ach ja dann würde die Alperia nicht 2x verdienen.”

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Wenn man den Wintertourismus beachtet dann wird dies ein teurer Spass. Intern ist der Wellness, Sauna, Schwimmbad nicht mehr finanzierbar, extern ist der Skibetrieb nicht mehr finanzierbar. 
Oder anders gesagt, auch wenn ich VIEL bezahle in 24 Stunden, als Skitourist lebe ich konstant über meinen Verhältnissen – die Kosten und Folgekosten sind viel höher als vielleicht 150-160 Euro am Tag. 

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 29 Tage

Scheint leider schun 5 noch 12 zu sein, logisch isch besser “spät als nie”!

wpDiscuz