Kammerpräsidenten der Euregio sind sich einig

“Harmonisierung des Luftmessnetzes auf der Brennerroute notwendig”

Freitag, 04. September 2015 | 12:35 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Landesregierung schlägt die Einführung von Tempo 90 auf der Brennerautobahn vor, wenn die Schadstoffbelastung die Grenzwerte übersteigt. Damit steht neben dem geplanten sektoralen Fahrverbot in Tirol eine weitere Belastung für die Mobilität und die Wirtschaft im Raum. Erst kürzlich haben die drei Kammerpräsidenten von Tirol, Südtirol und Trient den Verkehrslandesrät/innen der Euregio eine Reihe von Vorschlägen präsentiert, welche auch die Bedürfnisse der Wirtschaft berücksichtigen. So ist die Harmonisierung des Luftmessnetzes und der Werte auf der Strecke von Kufstein bis Ala/Avio eine wesentliche Voraussetzung, um angemessene Lösungen für die Luftreinhaltung zu erreichen, sind die Kammerpräsidenten der Euregio überzeugt.
 
Nach Einführung von Tempo 100 in Tirol für Pkws im Herbst 2014 schlägt die Südtiroler Landesregierung zudem die Einführung von Tempo 90 auf dem Südtiroler Abschnitt der Brennerautobahn vor, wenn die Luftgrenzwerte überschritten werden. Insgesamt gäbe es somit auf der Strecke von Kufstein bis Ala/Avio, abgesehen von den Baustellen, vier verschiedene Geschwindigkeitsbeschränkungen für den privaten Verkehr und zwar  Tempo 90, 100, 110 und 130, was zu großer Verwirrung der Pkw-Fahrer/innen führen kann.

Außerdem ist ab Juli 2016 die Einführung des sektoralen Lkw-Fahrverbots in Tirol geplant. Diese Maßnahme verursacht für die lokale Wirtschaft hohe Transportkosten und dadurch zusätzliche wirtschaftliche Belastungen. Das führt dazu, dass Produkte mit einer niedrigen Wertschöpfungsquote nicht mehr wettbewerbsfähig sind, was zu einer Wettbewerbsverzerrung führt. Gerade der Transportsektor ist einem beträchtlichen internationalen Wettbewerb ausgesetzt.

Bereits beim Treffen zwischen den Verkehrslandesrät/innen und den Kammerpräsidenten der Länder Tirol, Südtirol und Trentino vom 31. Juli 2015 wurde darauf hingewiesen, dass eine Harmonisierung der Luftgütemessstationen auf der Autobahnstrecke zwischen Kufstein und Ala/Avio unerlässlich ist, um vergleichbare Daten zu erhalten. Diese Harmonisierung ist notwendig, um die Gleichbehandlung aller Wirtschaftstreibenden entlang der Brennerroute sicherzustellen.

Zusätzlich braucht es ein Luftgütegesamtmodell mit einem einheitlichen Maßnahmenplan von Rosenheim bis nach Trient, damit die Luftgüte in dieser Region verbessert werden kann. Fahrverbote und andere Verkehrsbeschränkungen, die oft nur zu Lasten der regionalen Wirtschaft gehen, sind ebenso wenig zielführend wie innovativ. Neben Anreizen zur öffentlich unterstützten Flottenerneuerung und dem Ausbau von Terminals zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene sind auch moderne Logistiklösungen ein vielversprechenderer Weg, die Ziele mittelfristig zu erreichen.

Der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol Jürgen Bodenseer, der Präsident der Handelskammer Bozen Michl Ebner und der Präsident der Handelskammer Trient Giovanni Bort betonen: „Die Harmonisierung muss der erste Schritt sein, bevor für die Mobilität und die Wirtschaft belastende Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, wie jetzt der Tempo 90-Vorschlag für den Südtiroler Abschnitt der Brennerautobahn.“

Für weitere Informationen stehen der Generalsekretär der Handelskammer Bozen Alfred Aberer, Tel. 0471 945 511, E-Mail: alfred.aberer@handelskammer.bz.it und der Geschäftsführer der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Tirol Josef Ölhafen, Tel. +43 5 90 905 1257, E-Mail: josef.oelhafen@wktirol.at zur Verfügung.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen