Was weg ist, ist weg, wenn man seine Daten nicht gesichert hat

Hauptsache Backup: Tipps für die Datensicherung

Dienstag, 07. Juni 2022 | 12:30 Uhr

Die Urlaubsfotos, wichtige Bürounterlagen oder Smartphone-Backups: Auf dem Notebook und Desktop-PC sammeln sich zentral allerhand wichtige Daten an. Das ist der erste wichtige Grund dafür, zumindest die wichtigsten Daten regelmäßig auf ein externes Speichermedium zu kopieren und damit zu sichern.

“Daten sind schneller weg, als man glaubt. Zum einen kann die Festplatte beschädigt werden, weitaus größer aber ist die Gefahr durch Schadsoftware”, sagt Lutz Labs vom “c’t”-Fachmagazin. Hinzu kommt insbesondere bei Notebooks die Gefahr von Verlust oder Diebstahl.

Wem seine Daten lieb und teuer sind – und das sollten sie jedem und jeder sein -, hat nur eine Chance: Schutz durch Sichern. “Es gibt diverse Möglichkeiten, seine Daten zu sichern, das mit Abstand Wichtigste ist aber erst einmal, dass man es überhaupt macht”, meint Thomas Bayer vom IT-Dienstleister Adesso. Möglichkeiten hierzu gebe es viele.

Bayer rät dazu, in jedem Fall immer eine Grundregel zu beachten: “Das Speichermedium sollte nach dem Backup immer physisch getrennt sein vom Rechner, denn ansonsten stehen dort Tür und Tor für Schadsoftware offen.” Die einfachste Art der Datensicherung ist das Speichern auf einer externen Festplatte.

“Das ist mit überschaubaren Kosten verbunden, geht schnell und so eine Festplatte lässt sich auch gut an einem sicheren Ort verwahren”, sagt Sven Schulz von der “Computer Bild”. Eine 2,5-Zoll-Festplatte mit beispielsweise 5 Terabyte Datenvolumen koste um die 100 Euro und könne bequem über einen USB-Anschluss angedockt werden. Hier sei nicht einmal ein extra Stromanschluss erforderlich.

Unterschieden werden muss aber bei der Art der Festplatte: Die klassische Festplatte mit magnetischen Speicherscheiben (HDD) sei derzeit die beste Variante, sagt Lutz Labs. Es handele sich um erprobte Technik und die Magnetspeicher hielten die Daten sehr lange.

“Eine Festplatte mit Speicherchips (SSD) ist zwar schneller und auch robuster, aber es gibt bislang noch deutlicher weniger Erfahrungen zur Haltbarkeit der Daten”, erklärt Labs. Allerdings sollte ein klassischer Festplatte nie in der Nähe starker Magnete aufbewahrt werden.

Die andere Möglichkeit ist die Datensicherung im Netz auf Internetservern (Cloud). “Wer nicht so viele Daten sichern will, für den ist auch die Cloud eine Option. Allerdings dauert die Sicherung über die Internetverbindung in der Regel länger und es bleibt immer auch ein Restrisiko, ob nicht doch Daten verloren gehen”, meint Sven Schulz.

Wer sich für eine Cloud entscheidet, sollte auch genau hinschauen, an welchem Server-Standort und wie der jeweilige Anbieter die Daten sichert. Im Zweifel sollte man seine Daten vor dem Hochladen selbst verschlüsseln.

Keine Option für die Datensicherung ist Lutz Labs zufolge die Sicherung auf USB-Sticks. “Ein USB-Stick ist gut, um eine Datei vorübergehend zu sichern, nicht aber ein komplettes Backup”, erklärt der Experte. “Der Speicher in USB-Sticks ist oft minderwertig, daher wären die Daten hier nicht wirklich dauerhaft gut gesichert.”

Unterschiede gibt es zudem bei Art und Umfang einer Datensicherung. “Die einfachste und schnellste Variante ist das einfache Herüberkopieren von ganzen Ordnern. Das ist der Weg, wenn das Sichern ohne ein spezielles Programm durchgeführt wird”, erklärt Thomas Bayer. Wer ein vorinstalliertes Programm zur Datensicherung nutzt oder sich eine entsprechende Software zulegt, hat dagegen oft die Wahl zwischen verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten.

“Bei einem Backup werden sämtliche Daten des Rechners gesichert, also Bilder, Textdokumente und so weiter. Bei einem Image werden auch die Programme gesichert und der Nutzer hat die Möglichkeit, von dem entsprechenden Datenträger aus den Rechner wiederherzustellen. Das wird gerne auch als Recovery-Lösung bezeichnet”, erklärt Labs.

Eine weitere Möglichkeit sei die Archivierung, bei der Daten für eine langfristige Aufbewahrung an einen anderen Standort verschoben werden. Hier handelt es sich dann auch um abgeschlossene Daten beziehungsweise Dateien, die nicht mehr verändert werden sollen.

Die Lösung, die Windows-Betriebssysteme von Haus aus mitbringen, sieht Sven Schulz als gute Einstiegsmöglichkeit mit Schwächen. “Der große Nachteil der Windows-Datensicherung ist, dass das Tool relativ umständlich eingerichtet werden muss.” Die Datensicherung von macOS sei da deutlich unkomplizierter. Für Windows gebe es aber auch zahlreiche kostenlose Backup-Programme, die mehr Funktionen und Komfort bieten als Microsofts Hauslösung, etwa das Open-Source-Tool Duplicati.

Von: APA/dpa

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