In Südtirol gibt es zahlreiche leerstehende Hallen

“Heimische Wirtschaft braucht sinnvolle Nutzung von Gewerbegebieten”

Donnerstag, 23. Juli 2015 | 16:56 Uhr

Bozen – „In Südtirol gibt es zahlreiche leerstehende Hallen und Immobilien, die einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden könnten. Allerdings erschwert die aktuelle rechtliche Regelung dies“, kritisiert der Präsident des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister, Gert Lanz, und fordert eine entsprechende Anpassung der neuen Raumordnungsrichtlinien.
 
„Das neue Raumordnungsgesetz bietet eine große Chance, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen darf“, betont Gert Lanz, Präsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister. Die Leitlinien des neuen Landesgesetzes für Raum und Landschaft, die vor Kurzem vom lvh-Vorstand begutachtet wurden, gehen zwar in die richtige Richtung. „Allerdings gibt es noch einige Verbesserungsmöglichkeiten“, erklärt Lanz. So solle beispielsweise die Revitalisierung der Gewerbegebiete anders angegangen werden: „Der Einzelhandel in Gewerbegebieten sollte innerhalb eines zu definierenden Radius vom Ortskern und unter einer räumlichen Limitierung zugelassen werden.“

Die aktuelle Regelung sieht vor, dass beim Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie in Gewerbegebieten von Gemeindeinteresse diese zustimmen muss. Die Abschaffung der Bindungen wäre deshalb eine weitere zielführende Maßnahme zur Revitalisierung der Gewerbegebiete mit leerstehender Bestandskubatur. „Nachdem die Zweckbestimmung nicht geändert werden kann, ist eine Spekulation mit der Immobilie ohnehin ausgeschlossen“, ist sich der Präsident sicher.

Lanz befürchtet durch eine Verschärfung des Raumordnungsgesetzes einer Abwertung der Immobilien: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind die Immobilien ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung der Betriebe. Die kleinsten Veränderungen könnten für alle Beteiligten und die heimische Wirtschaft gravierende Folgen haben.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen