Mithilfe von EU-Krediten soll die Air France wieder abheben können

Hilfen für Air France und Norwegian, Warten bei Lufthansa

Montag, 04. Mai 2020 | 15:33 Uhr

Das Ringen um staatliche Hilfen für die deutsche AUA-Mutter Lufthansa dauert an. Eine Einigung zwischen dem Vorstand von Deutschlands größter Airline und Vertretern der Regierung in Berlin sei in den nächsten Tagen wahrscheinlich, hieß es am Montag. In Frankreich bekommt die größte Airline Air France 7 Mrd. Euro vom Staat; die EU genehmigte das Hilfspaket am Montag.

Bei der deutschen Fluggesellschaft geht es laut Medienberichten um ein Hilfspaket von insgesamt rund 10 Mrd. Euro. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Spiegel” plant die deutsche Regierung einen Direkteinstieg bei der angeschlagenen Airline. Mit der österreichischen Regierung verhandelt die Lufthansa über Hilfen für die Austrian Airlines (AUA).

Der Aufsichtsrat der Lufthansa wollte am Montag über die durch die Coronapandemie verursachte Krise des Unternehmens beraten. Bei einer etwaigen Einigung müsste der Vorstand diese dem Aufsichtsrat vorlegen. Am Dienstag will der Lufthansa-Vorstand in der Hauptversammlung den Aktionären Rede und Antwort zu seiner Krisenstrategie stehen.

Widerstand aus Brüssel ist nicht zu erwarten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte am Montag zu den staatlichen Hilfen für den Konkurrenten Air France, die Hilfen seien notwendig und verhältnismäßig und entsprächen den EU-Vorgaben für die Beseitigung “einer beträchtlichen Störung im französischen Wirtschaftsleben”.

Die Hilfen Frankreichs bestehen aus staatlichen Garantien für 4 Mrd. Euro Bankkredite sowie einem Darlehen von 3 Mrd. Euro, das direkt von der französischen Regierung kommt. Im Gegenzug muss Air France bestimmte Rentabilitätsziele erfüllen und den CO2-Ausstoß senken – diese Regelung lobte Vestager ausdrücklich.

Die Airline ist Teil der französisch-niederländischen Gruppe Air-France-KLM, an der französische und der niederländische Staat jeweils mit 14 Prozent beteiligt sind. Die Niederlande wollen ihrerseits die Fluggesellschaft KLM mit 2 bis 4 Mrd. Euro wegen der Coronakrise unterstützen.

In Norwegen stimmten am Montag die Eigentümer der norwegischen Billigfluglinie Norwegian Air Shuttle für einen Rettungsplan, der die Voraussetzung für weitere staatliche Hilfe ist. Norwegian kann damit 2,7 Mrd. Kronen (241 Mio. Euro) Staatshilfe bekommen – zusätzlich zu 300 Mio. Kronen, die schon an die Airline gegangen sind.

Von: APA/dpa