Vor Krisenbeginn im Februar lag die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent

Höchste US-Arbeitslosenquote seit Aufzeichnungsbeginn

Freitag, 08. Mai 2020 | 19:03 Uhr

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im April infolge der Coronavirus-Pandemie auf 14,7 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg, teilte die US-Regierung am Freitag mit. Vor Beginn der Krise im Februar war die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, im März war sie auf 4,4 Prozent gestiegen.

In den USA beantragten wegen der Coronakrise seit März bereits mehr als 33 Millionen Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe. Die Arbeitslosenquote für April erfasst wegen einer verzögerten Datenerhebung nur die Lage bis Mitte des Monats. Die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen liegt nach Angaben der Regierung wohl um rund sieben Millionen höher als offiziell angegeben. Das Arbeitsministerium erklärte am Freitag, bei der Erhebung der Zahlen für April seien 8,1 Millionen Personen als “abwesend aus nicht näher benannten Gründen” gemeldet worden. Üblicherweise liege diese Zahl aber nur bei 620.000.

“Unsere Annahme ist, dass diese 7,5 Millionen Arbeitnehmer eigentlich als ‘unbeschäftigt wegen vorübergehender Entlassung’ hätten gemeldet werden müssen”, hieß es in einem Anhang zu dem offiziellen Arbeitsmarkt-Bericht. Wären sie so eingestuft worden, hätte die Arbeitslosenquote bei 19,5 Prozent gelegen, hieß es.

Außerhalb der Landwirtschaft wurden im April wegen der Virus-Pandemie 20,5 Millionen Stellen gestrichen. Die Zahlen hatten am Aktienmarkt dennoch zu steigenden Kursen geführt. Analysten hatten im Vorfeld mit 22 Millionen neuen Arbeitslosen und einer Quote von 16,0 Prozent gerechnet.

In der US-Geschichte gab es nur während der Weltwirtschaftskrise in den 1920er- und 30er-Jahren eine höhere Arbeitslosenquote. Damals erreichte die Quote Schätzungen zufolge rund 25 Prozent.

Fast alle 50 Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte, Einkaufszentren und Betriebe wurden geschlossen, Restaurants und Hotels blieben leer. Viele Mitarbeiter dieser Unternehmen beantragten Arbeitslosenhilfe. Auch Kündigungen sind in den USA einfacher und schneller möglich.

Seit Anfang des Monats haben viele Bundesstaaten damit begonnen, die Coronavorschriften wieder langsam zu lockern – obwohl die Pandemie vielerorts noch längst nicht unter Kontrolle scheint. US-Präsident Donald Trumps Regierung hofft darauf, dass sich Arbeitsmarkt und Wirtschaft ab dem dritten Quartal wieder rasant erholen werden.

Bis Februar hatte die US-Konjunktur noch gebrummt, an der Börse wurden Höchststände gemeldet und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von gut zwei Prozent. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte. Die USA steuern inzwischen trotz massiver Konjunkturpakete auf eine tiefe Rezession zu.

Das dürfte Trump höchst ungelegen kommen, der sich bei der Wahl im November um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der Präsident machte zuletzt Druck, die Beschränkungen der Bundesstaaten gegen die Pandemie aufzuheben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dafür will er auch in Kauf nehmen, dass es weiter Neuinfektionen und Tote geben wird.

Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge wurden in den USA bisher rund 1,26 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen. Das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 weltweit. Mehr als 75.000 Menschen starben in den USA.

Auch in Kanada stieg die Arbeitslosigkeit erneut sprunghaft an. Im April habe die Rekordzahl von fast zwei Millionen Menschen ihre Jobs verloren, teilte die Statistikbehörde des nordamerikanischen Landes am Freitag mit. Im März waren bereits etwas mehr als eine Million Menschen arbeitslos geworden. Damit stieg die Arbeitslosenquote in dem geografisch zweitgrößten Land der Erde von 7,8 Prozent im März auf 13 Prozent. Seit Aufzeichnung der Daten 1976 hatte diese Quote nur einmal höher gelegen – im Dezember 1982 lag sie bei 13,1 Prozent

Auch in Kanada gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Rund 65.000 Menschen haben sich in Kanada bisher mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, mehr als 4.400 sind daran gestorben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Höchste US-Arbeitslosenquote seit Aufzeichnungsbeginn"


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Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
22 Tage 5 h

Langsam aber sicher begreifen die TRUMPL Freunde dass er total unfähig ist das Land zu führen 🙁

Dublin
Dublin
Kinig
22 Tage 3 h

…es sind viel zu viel Trumpeltiere unterwegs…
🐪😛

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
21 Tage 22 h

Bin mir da noch nicht so sicher. Der Vollidiot hat ja sogar in Südtirol seine Gefolgschaft. Objektiv muss man allerdings festhalten, der GröPaZ ist unfähig und glorreich gescheitert.

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
21 Tage 12 h

Guenni:ja an deinen MINUSzeichen kann mna ablesen wieviel Trumpltiere es in Italo-Südtirol gibt 😉

Dublin
Dublin
Kinig
21 Tage 10 h

…ja, da wirst recht haben…die Südtiroler Trumpel-fans und zahlreichen Minus-drücker hier im forum wurden wohl von ihrem orangen Idol bereits mit Desinfektionsinjektionen behandelt…
😝

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
21 Tage 12 h

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