Tarifeinigung für Flughafen-Sicherheitsleute erzielt

Höhere Löhne für Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 11:28 Uhr

Die Flughäfen in Deutschland müssen vorerst keine weiteren Streiks des Sicherheitspersonals mehr befürchten. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber einigten sich in der Nacht zum Donnerstag auf Lohnerhöhungen von jährlich 3,5 bis 9,77 Prozent für die rund 23.000 Beschäftigten der Branche.

Für die nächsten drei Jahre seien Erhöhungen von jährlich 3,5 bis 9,77 Prozent vorgesehen, teilten der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi mit. “Wir haben gute Ergebnisse für alle Bereiche der Luftsicherheit durchsetzen können”, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher.

Verdi hatte mit Warnstreiks an den großen Flughäfen Mitte Jänner große Teile des Luftverkehrs in Deutschland lahmgelegt, um für den ersten deutschlandweiten Tarifvertrag der Branche Druck zu machen. So waren am 15. Jänner wegen der Ausstände am größten deutschen Flughafen Frankfurt und sieben weiteren Airports hunderte Flüge ausgefallen. Zig tausende Passagiere mussten umbuchen oder von anderen Flughäfen starten. Der BDLS und die Verbände von Flughäfen, Airlines und Tourismuswirtschaft kritisierten dies als völlig überzogen.

Die Gewerkschaft hatte für die verschiedenen Beschäftigtengruppen einen einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro gefordert. Bisher variierten die Löhne für die Mitarbeiter in der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle je nach Bundesland und Tätigkeit zwischen 11,30 Euro und 17,16 Euro. Die Tarife in den Bundesländern sollen über einige Jahre angeglichen werden, erklärte BDLS-Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser. Bei der Differenzierung nach unterschiedlichen Aufgaben soll es vorerst aber bleiben. Die am besten bezahlte Gruppe, die für Personen- und Gepäckkontrollen zuständigen Luftsicherheitsassistenten, erhalten künftig 19,01 Euro. Für die anderen Bereiche soll eine verbesserte Qualifikation zur Luftsicherheitsfachkraft eingeführt werden.

Die Tarifparteien wollen über den jetzt vereinbarten reinen Entgelttarifvertrag hinaus bald noch über einen Entgeltrahmen- sowie einen Manteltarifvertrag verhandeln. Darin sollen andere Arbeitsbedingungen wie Zuschläge, Urlaubsgeld oder Arbeitszeiten geregelt werden.

Von: APA/ag.

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