Neue Studien zum Homeoffice stehen noch aus

Home Office laut Studien 20 bis 30 Prozent weniger produktiv

Freitag, 25. September 2020 | 15:37 Uhr

Home Office scheint in der Coronakrise die Rettung, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und die Gesundheit der Menschen zu sichern. Aber das Arbeiten von zu Hause ist deutlich weniger produktiv, warnt Andreas Kreutzer vom Beraternetzwerk Kreutzer Fischer und Partner. Das haben Studien in Vor-Corona Zeiten ergeben. Auch wenn mit der Gewöhnung der Effizienzverlust geringer sein dürfte, bleibt er bestehen, sagt Kreutzer. Das werde sich in den Lohnstückkosten niederschlagen.

Ganz aktuelle Studien liegen noch nicht vor, aber frühere Untersuchungen haben ergeben, dass die Arbeit im Home Office im Schnitt um etwa 30 Prozent niedriger ist als im Büro. Bei dauerhafter Umsetzung kommt es zu Gewöhnungseffekten und besserer Organisation, trotzdem wird der Leistungsabfall nicht unter 20 Prozent liegen, schätzt Kreutzer.

Das betreffe ganz besonders kleine und mittelgroße Unternehmen, die noch nicht so gut digitalisiert sind. Sie machen aber den Großteil der Beschäftigung und der Wertschöpfung aus. “Koordinationsprozesse dauern länger, das ist halt einmal so”, sagte Kreutzer im Gespräch mit der APA. Aber oft seien Unterlagen noch nicht digitalisiert, an diese von zu Hause aus zuzugreifen entsprechend mühsam. Auch wenn der Chef selber kopieren muss an Stelle der Assistenz, sei das meist weniger effizient. Manche Bereiche, etwa “kreative Prozesse” oder Schreibarbeit seien deutlich weniger betroffen.

Kreutzer rechnet auch mit einem Kulturwandel: Waren bisher bei Mitarbeitern vor allem Teamfähigkeiten gesucht, verlangen Unternehmen jetzt plötzlich Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Denn im Home Office haben Einzelkämpfer Aufwind.

In etwa zwei Jahren, wenn die Statistik Austria die Lohnstückkosten für die coronazeit veröffentlicht, werde dieser Rückgang in der Effizienz seinen Niederschlag findet, erwartet Kreutzer. Auch wenn man dann wohl nicht gerne darüber reden werde. Einziger Trost: Praktisch die ganze westliche Welt sei davon betroffen, Österreich müsse also nicht einen Wettbewerbsnachteil befürchten.

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Home Office laut Studien 20 bis 30 Prozent weniger produktiv"


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ploschtnzug
ploschtnzug
Neuling
1 Monat 3 h

Die Studie ist bullshit, das ist halt einmal so.
Im Ernst, ich wette in der IT ist mehr geleistet worden als sonst. Man ist ja rund um die Uhr einsatzfähig…

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
29 Tage 12 h

genau und man konn rund um die Uhr uanfoch a lei vorn tv hucken…

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
29 Tage 6 h

ploschtenzug:haha und das glaubst du macht jeder ? Wie NAIV kann man denn sein ? ! Viele haben eine Moral =Hauptsache das Geld vom Chef kommt pünktlich 🙁

Noggi
Noggi
Grünschnabel
1 Monat 47 Min

Nach ein paar wochen wird sich die Produktivität auf – 40% herabsetzen… Keine kontrolle, noch weniger Arbeit

wellen
wellen
Universalgelehrter
29 Tage 23 h

So ein Quatsch. Die Leistung ist mehr als top, weil heutzutage in der Verwaltung sowieso mit Computern und nicht mit Zetteln die der Chef kopieren muss, gearbeitet wird.Kompletter Blödsinn.Eher die soziale Vereinsamung, mangelnde Kollegenkontakte, Entscheidungen im Team usw. sind das Problem.

sixxi
sixxi
Tratscher
29 Tage 21 h

Kennen se wianiger schnollen und ratschen!! Gut so

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
29 Tage 6 h

dafür RATSCHEN sie Derhuam mit Gott und der Welt lei nit mitn Chef 🙁

Bauchnoblwollwuzl
1 Monat 4 h

“..wenn der Chef selber kopieren muss an Stelle der Assistenz, sei das meist weniger effizient…”
Dies ist eine Behauptung die jeder Grundlage entbehrt.

Superredner
29 Tage 22 h

Im Inserat stand „ Wir suchen teamfähige und soziale Mitarbeiter, die Teil unseres jungen motivierten Teams werden wollen“ 😂. Jetzt vereinsamen die jungen Leute noch mehr. Zuhause allein vor dem PC. Dass kann nie und nimmer die Produktivität steigern. Ganz im Gegensatz. Mit 30% wurde hier noch harmlos kalkuliert.

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