Computersimulationen, 3-D-Modelle, Rapid Prototyping

IDM startet EU-Projekt zur Digitalisierung

Freitag, 24. Juni 2016 | 13:26 Uhr

Bozen – Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, können sich innovative Industriebetriebe und kleine und mittlere Unternehmen neue digitale Technologien zunutze machen: von 3-D-Modellen über Computersimulationen bis hin zur virtuellen Realität. Um diese innovativen IT-Lösungen in der Provinz zu fördern, hat IDM Südtirol das Projekt „3DCentral“ initiiert. Durch die erfolgreiche Teilnahme an der Ausschreibung „Interreg CENTRAL EUROPE“ stehen dafür EU-Fördermittel zur Verfügung. In diesen Tagen haben sich in der Bozner Siemensstraße am Sitz von IDM Südtirol die elf internationalen Projektpartner getroffen. Bei der Konferenz diskutierte man mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Vertretern der öffentlichen Verwaltung zum Thema „Digital Manufacturing“.

„Die Erfahrungen anderer Unternehmen kennenzulernen, die durch IT-unterstützte Planungs-, Herstellungs- und Wartungsprozesse eine höhere Effizienz erzielen, ist für Südtiroler Betriebe besonders interessant. Denn hier wird ganz konkret das große Potenzial dieser neuen Technologien für Herstellungsbetriebe aufgezeigt“, erklärt Projektkoordinator Johannes Brunner von IDM Südtirol, dem Sonderbetrieb der Autonomen Provinz Bozen und der Handelskammer im Dienste der Wirtschaft. „IDM hat die Aufgabe, Innovation in Unternehmen zu fördern, damit sie ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, und um den Arbeitsmarkt für hoch qualifiziertes Fachpersonal in Südtirol anzukurbeln“, so Brunner weiter. „Umso besser, wenn diese Chancen durch Erfolgsgeschichten aus erster Hand belegt werden – sprich von den Unternehmern selbst.“ Durch internationale Kooperationen wie „3DCentral“ entstehen zudem Netzwerke für neue gemeinsame Projekte und für den Erfahrungsaustausch mit Partnern aus anderen EU-Ländern.

An dem Projekt sind sechs Länder beteiligt: Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen und Slowenien. Die Partner sind Unternehmen, Universitäten, Einrichtungen zur Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsdienstleister wie IDM. An der Konferenz war, unter anderen, auch Krzysztof Krzysztofiak, Direktor des Krakòw Technology Park in Krakau, als Referent anwesend. Teil der polnischen Spezialisierungsstrategie ist unter anderem auch die Eisen- und Metallindustrie sowie die Sektoren Maschinenbau und Elektrotechnik; der Technologiepark, der zu 70 % in öffentlicher Hand ist, bietet Unternehmen in diesen Bereichen ein Datenverarbeitungszentrum für die Verwaltung ihrer IT-Strukturen (über Cloud-Services) und eine sogenannte „Render Farm“, ein Zentrum für die Verarbeitung von Computergrafiken: „In den Werkstätten stellen wir dank europäischer Fonds modernste Computer und Ausrüstung zur Verfügung, und bieten spezialisierte Beratung für Forschung & Entwicklung, Testing und Produktprototypisierung.“

Über Fallstudien aus ihrer Unternehmenspraxis referierten international tätige Südtiroler Firmen wie GKN Sinter Metals aus Bruneck, Sphera3D aus Bozen und zfx Italia aus Gargazon. Carlo Runggaldier von 3DW aus St. Ulrich berichtete über die zehnjährige Erfahrung seines Unternehmens: Durch Digitalisierung und mit viel Weitblick und Engagement konnten einige Grödner Holzbildhauer die Wirtschaftskrise in ihrem Bereich erfolgreich überbrücken und die Krisenjahre sogar nutzen, um ihr Geschäft und ihren Kundenstamm auszubauen. „Seit 400 Jahren schaffen wir Holzschnitzer sakrales Kunsthandwerk. Aber nun haben wir uns – gemeinsam mit anderen Handwerkern – mit Mut und Begeisterung auf einen neuen Markt eingestellt“, sagt Runggaldier. Die Strategie der Grödner: „Die Nutzung von neuen Technologien wie Modellierungssoftware und 3-D-Scannern. Damit ergänzen wir unsere jahrhundertealte Tradition in der Holzverarbeitung und schaffen die perfekte Verbindung zwischen Know-how und Fortschritt.“ Und die Strategie hat sich bezahlt gemacht: Heute exportieren sie ihre Kreationen in die ganze Welt, von Australien über die USA bis nach Brasilien.

Die Konferenz fand im Rahmen des Kick-off-Forums zum Projekt „3DCentral“ statt, das über das EU-Programm „Interreg CENTRAL EUROPE“ gefördert wird. In dem Projekt sollen durch grenzüberschreitende Kooperationen neue Ansätze für die Problemlösung in europäischen Regionen in den Bereichen Innovation, Wirtschaft, energetische Nachhaltigkeit, Natur- und Kulturerbe sowie Transportwesen erforscht werden.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen