Deutschland auf der Suche nach Rohstoffen

IfW: Energiekrise kostet Deutschland 4 Prozent des BIP

Donnerstag, 15. Dezember 2022 | 13:05 Uhr

Die Energiekrise lastet schwer auf der deutschen Wirtschaft und dürfte in absehbarer Zeit vier Prozent der Wirtschaftsleistung kosten. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erklärte am Donnerstag, verglichen mit den Konjunkturerwartungen vor Russlands Angriff auf die Ukraine reduziere sich die Wirtschaftsleistung allein 2022 und 2023 um 180 Milliarden Euro und werde “am Ende dieses Zeitraums” um 4 Prozent niedriger sein, hieß es.

Die Krise hängt mit den ausbleibenden russischen Energielieferungen zusammen – Deutschland unternimmt seitdem erhebliche Anstrengungen, um die Rohstoffe anderweitig und zu höheren Preisen zu beschaffen und stärkt außerdem den Fokus auf die Erneuerbaren, um schneller unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden. Das treibt die Preise in die Höhe, außerdem hat sich das Angebot verknappt.

Zuletzt gab es an dieser Stelle eine Entspannung, außerdem greifen im kommenden Jahr Preisbremsen auf Strom und Gas. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft hätten sich daher “etwas aufgehellt”, erklärte das Institut.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte heuer um 1,9 Prozent zulegen. Im kommenden Jahr erwarten die Experten ein leichtes Plus von 0,3 Prozent – statt ein Minus von 0,7 Prozent. Zwar dürfte die Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr noch zurückgehen, in den folgenden Quartalen zeichne sich aber eine “positive Entwicklung ab”. Die Inflation dürfte im kommenden Jahr bei 5,4 Prozent liegen – statt wie bisher geschätzt bei 8,7 Prozent. Grund dafür seien die staatlichen Subventionen für Gas- und Stromkunden.

Damit schaut das Institut deutlich optimistischer ins nächste Jahr als andere Expertinnen und Experten. Zwar erwarten auch das Ifo und das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln eine mildere Winterrezession – sie gehen für das kommende Jahr aber von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung aus.

Von: APA/AFP

Kommentare

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8 Kommentare auf "IfW: Energiekrise kostet Deutschland 4 Prozent des BIP"


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Oracle
Oracle
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

Merkel und Altmaier sei dank, das eine florierende Photovoltaikindustrie in D vor 10-15 Jahren dem billigen Gas geopfert wurde. Wäre man damals konsequent gewesen, hätte man jetzt nicht diese Probleme! Nebenbei, Italien hätte soviel Gratissonne, aber der meiste Strom kommt vom Gas….

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 20 Tage
Oracle: ja, so war es leider. Man könnte nun sagen, dass die Industrie durch billiges Gas auch ordentlich profitiert habe, dass es uns lange gut gegangen sei, dass man es nicht besser wissen konnte…. Dabei gab es durchaus Warnungen, die man aber nicht hören wollte! Die Stimmen aus den USA wurden so gedeutet, dass die nur ihr eigenes Gas verkaufen wollten, der Handel mit China musste ausgebaut werden, damit die deutsche Industrie im Reich der Mitte mitnaschen könne usw….Nun zahlen wir die Zeche samt Zinsen! Die Energiewende wurde nicht nur verschlafen, sondern aktiv behindert, um einzelnen Interessen nicht zu schaden.… Weiterlesen »
OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 20 Tage

@Selbstbewertung
Sachlich absolut richtig !
Gibt es nicht hinzuzufügen.

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 20 Tage

Für Deutschland allein ! reicht das locker aus. Dann bekommen halt die EU und die davon lebenden Profiteure weniger oder Nichts !!

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 20 Tage

Rud..
Wie sagte ein bekannter Bayer
Schau mer mol!

Zugspitze947
1 Monat 19 Tage

Deutschland wird diese Krise recht gut überstehen ! Denn sonst wärs ja für die Empfängerländer in der EU schlecht bestellt 😝👌

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 19 Tage

@Zugspitze947: bin da auch optimistisch! Wahrscheinlich wird die Geschichte zeigen, dass diese Krise heilsam war. Wenn man die deutschen Medien konsultiert, klingt es nach Weltuntergang oder zumindest sehr depri…. Die übertreffen sich förmlich in kollektivem Pessimismus. Dabei hat Deutschland immer gezeigt, dass es sich an neue Herausforderungen gut anpassen kann. Ärmel hoch und weg vom Protektionismus und lähmenden Lobbyismus, weniger jammern und sich weniger gegenseitig die Schuld zuweisen. Dann wird es auch wieder aufwärts gehen! Und wenn es Deutschland gut geht, geht es auch Europa gut. Kein Grund zu Neid. Das gilt natürlich auch in die umgekehrte Richtung!

Zugspitze947
1 Monat 18 Tage

@Selbstbewertung  Danke,genau sooooooooo ist es ! Mein Lebensmotto war immer : Wer nicht kämpft hat schon verloren !😝👌 Und der Kampf hat sich gelohnt ❤👌

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