Der Ärger der Passagiere ist verständlich

Im Lufthansa-Konzern fallen jeden Tag gut 60 Flüge aus

Mittwoch, 17. Oktober 2018 | 13:49 Uhr

Im Lufthansa-Konzern fallen nach eigenen Angaben im Schnitt pro Tag mehr als 60 Flugverbindungen aus. Konzernweit seien heuer rund 18.000 Flüge gestrichen worden, was einer zweiwöchigen Schließung des größten Lufthansa-Drehkreuzes in Frankfurt entspreche, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem “Hamburger Abendblatt”. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gelobte Besserung.

Zusätzlich habe es zahlreiche Verspätungen gegeben, die dazu führten, dass Passagiere ihre Anschlussflüge nicht erreichen konnten, sagte Hohmeister. Der Manager kündigte an, mehr Reservemaschinen einzusetzen, damit es zu weniger Verspätungen kommt.

Den Ärger der Passagiere verstehe er, sagte Hohmeister: “Unsere Kunden erwarten zu Recht Zuverlässigkeit von uns.” Seit diesem Sommer gebe es zwei Reserveflugzeuge in Frankfurt. Aber das reiche nicht, um die angespannte Situation am Boden und in der Luft zu kompensieren. “Wir werden die Zahl weiter erhöhen – übrigens auch in München”, sagte Hohmeister.

Ein Großteil der Ursachen für Ausfälle und Verspätungen liege nicht bei den Airlines, sondern an anderer Stelle – zum Beispiel bei der Flugsicherung, den Sicherheitskontrollen oder der Gepäckbeförderung. Hohmeister forderte eine gerechtere Aufteilung der Verspätungskosten innerhalb der Branche: “Wir werden auch mit unseren Systempartnern wie Flughäfen und Flugsicherungen über die Gebühren sprechen.”

Der Lufthansa-Konzern, zu dem auch die Töchter AUA, Eurowings und Swiss gehören, hatte bereits im Sommer seine Kunden um Entschuldigung für die massenhaften Verspätungen und Flugausfälle gebeten. Die Stammgesellschaft Lufthansa hatte nach früheren Angaben bereits im ersten Halbjahr mehr Flüge gestrichen als im Gesamtjahr 2017. Neben dem schlechten Wetter und fortgesetzten Fluglotsenstreiks hatte Lufthansa seinerzeit auch Engpässe an Flughäfen und bei den Flugsicherungen als Gründe genannt.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat nach den zahlreichen Flugausfällen in diesem Sommer Besserung gelobt. “Unser nächstes großes Ziel ist, im nächsten Sommer sehr real dafür zu sorgen, dass Fliegen wieder pünktlicher und verlässlicher wird”, sagte er am Mittwoch auf dem Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Berlin.

Angesichts des Wachstumsschubs wegen der abgesenkten Preise sei die Luftfahrtbranche in Europa in diesem Sommer an die Grenzen dessen gestoßen, was sie zu leisten vermöge. Spohr räumte ein, dass die Passagiere der Lufthansa Grund zur Unzufriedenheit hatten: “Während bei uns zurzeit zwar die Mitarbeiter happy sind und auch die Aktionäre einigermaßen, können es die Kunden nicht sein. Daher gilt es jetzt, hier mehr Attention zu zeigen.” Es gelte, mehr Puffer ins System zu nehmen und flexibler zu werden: “Wir brauchen mehr Belastbarkeit in der Unplanbarkeit.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Im Lufthansa-Konzern fallen jeden Tag gut 60 Flüge aus"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

Flugplätze sind größtenteils sowieso nur ein …………..haufen,bei der Flugkontrolle muß auch noch viel getan werden ,es kann nicht sein dass man obwohl departue slot due to traffic flow on airway unnsinnige Umwege abfliegen muß.England steigt aus ,schade die wären in der Lage gewesen den Luftverkehr in Europe ordentlich in den Griff zu kriegen,sei es an Flughäfen als in der Luft.

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