Südtirols gutes Image im Export stärker nutzen

Impulse der Handelskammer für Wirtschaft und Gesellschaft

Mittwoch, 30. September 2015 | 11:03 Uhr

Bozen – Südtirol weist eine sehr hohe Lebens- und Umweltqualität auf. Die schöne Landschaft und die geographischen und kulturellen Eigenheiten verleihen unserem Land und seinen Produkten ein gutes Image, was für viele Wirtschaftssektoren förderlich ist. Dieses positive Image stellt auch für den Außenhandel einen wesentlichen Vorteil dar, der allerdings nur zum Teil ausgeschöpft wird, weil die Südtiroler Wirtschaft kleinstrukturiert und somit nicht besonders stark auf ausländische Märkte ausgerichtet ist. „Auch Klein- und Kleinstbetriebe können vom guten Image Südtirols profitieren. Dazu muss ihnen mit entsprechenden Maßnahmen stärker geholfen werden“, betont Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Der Fremdenverkehr, der Nahrungsmittelbereich, die alpinen Technologien, die Produkte für Berg und Freizeit, die Umwelttechnologien und auch andere Bereiche sind wichtige Aushängeschilder für Südtirols Wirtschaft. Auch in Zukunft werden sie Südtirol nach außen hin ein positives Gesicht verleihen.

Gemessen an der Bedeutung, den die Südtiroler Exportwirtschaft aufweist, wird deren Potential aber eindeutig zu wenig ausgeschöpft. Die Exportintensität, gemessen am Verhältnis des Exportvolumens zum BIP, beträgt in Südtirol 19,2 Prozent. Dieser Wert liegt unter dem nationalen Durchschnitt (24 Prozent), vor allem aber unter dem Schnitt von Tirol, der bei 39,5 Prozent liegt. Was die Absatzmärkte betrifft, so zeichnet sich seit einigen Jahren ein positiver Trend ab: zwar ist Deutschland (mit 34 Prozent) nach wie vor stärkster Abnehmer von Südtiroler Waren, doch findet eine Diversifizierung statt. Südtiroler Unternehmen schauen demnach über den Tellerrand hinaus und gehen aktiv auch mögliche Absatzmärkte außerhalb des deutschen Sprachraums an.

„Es ist wichtig, die Südtiroler Unternehmen in ihren Exportbestrebungen zu unterstützen, da der Export in einer zunehmend globalisierten Welt eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaft und den Wohlstand des Landes spielt“, fügt Michl Ebner hinzu.

Die EOS – Export Organisation Südtirol der Handelskammer Bozen begleitet die heimischen Betriebe auf ihrem Weg zur Internationalisierung und fördert den Absatz der Südtiroler Qualitätsprodukte. Mit der Zusammenlegung der vier im Bereich der Wirtschaftsdienstleistungen tätigen Organisationen (SMG, EOS, TIS und BLS) am 1. Jänner 2016 entstehen neue Synergien zur Förderung der Exporttätigkeit der Südtiroler Betriebe.

Die Impulse der Handelskammer zur Förderung des Exports:
–    Die Identifizierung Südtirols mit Werten wie Qualität, regionaler Authentizität, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit soll weiterhin konsequent gepflegt werden;
–    – Es muss eine angemessene Unterstützung der lokalen Unternehmen gewährt werden, die auf den ausländischen Märkten tätig sind. Ihnen müssen entsprechende Informationen und Beratungen zur Verfügung gestellt werden;

–    Es ist notwendig, den exportierenden Unternehmen effiziente Instrumente zur Deckung der Risiken in Zusammenhang mit Zahlungsausfällen bereitzustellen. Der Exportfonds spielt dabei eine wichtige Rolle;

–    Es müssen ideale Bedingungen geschaffen werden, damit Südtirol seine Brückenfunktion zwischen dem italienischen und dem deutschsprachigen Wirtschaftsraum beibehalten kann. Dafür muss das nationale und internationale Partnernetzwerk gepflegt werden und in angemessene Infrastrukturen für Logistik und Transport investiert werden;

–    Die Kooperationen zwischen den Unternehmen der Euregio Tirol – Südtirol – Trentino sollten intensiviert werden;

–    Die Mitarbeiter/innen müssen sensibilisiert werden, damit sie bereit sind, auch außerhalb der Landesgrenzen für das eigene Unternehmen zu arbeiten. Dazu braucht es gute Sprachkenntnisse.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen