Stetiger Aufwärtstrend erstmals seit über einem Jahr gebrochen

Inflation bei 9,1 Prozent – AK und HV fordern Gegenmaßnahmen

Mittwoch, 31. August 2022 | 14:24 Uhr

Die Teuerung hat sich im August erstmals seit über einem Jahr verlangsamt. Nach 9,3 Prozent im Juli dürften die Preise im August gegenüber dem Vorjahresmonat durchschnittlich um 9,1 Prozent gestiegen sein, geht aus einer Schnellschätzung der Statistik Austria am Mittwoch hervor. Ausschlaggebend seien demnach die Treibstoffpreise, die die Inflation zwar weiterhin anfachen, gegenüber dem Juli aber deutlich gesunken seien.

“Weitere Preisschübe sehen wir bei Haushaltsenergie, Nahrungsmitteln und in der Gastronomie”, sagte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas laut Aussendung. Das Preisniveau sei gegenüber Juli voraussichtlich um 0,2 Prozent gesunken. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der Inflationsraten EU-weit vergleichbar macht, erreichte im August +9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Euroraum sind die Verbraucherpreise im August angetrieben durch hochschießende Energie- und Lebensmittelpreise ebenfalls um 9,1 Prozent gestiegen. Damit dürfte kommende Woche auf der EZB-Zinssitzung eine Entscheidung zwischen einer Anhebung um 0,50 oder 0,75 Prozentpunkten anstehen.

“Viele Menschen stöhnen unter den hohen Preisen beim Einkaufen”,schrieb die Arbeiterkammer Wien (AK) in einer Aussendung am Mittwoch und verwies erneut auf ihre Forderung nach einer zeitlich befristeten Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel. Der Handelsverband forderte angesichts der hohen Inflation am Mittwoch ebenfalls schnelle Maßnahmen gegen die Teuerung. Allen voran sei ein “unkomplizierter, unbürokratischer Energiepreisdeckel für Händler” notwendig, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will laut einer Aussendung am Mittwoch.

Der wirtschaftsnahe Verein “Lobby der Mitte” präsentierte am Mittwoch einen Vorschlag, wonach sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den kommenden Kollektivvertragsverhandlungen mit einer Lohnsteigerung um die Hälfte der Inflation begnügen sollen. Die anderer Hälfte, die für einen vollen Inflationsausgleich notwendig wäre, soll in Form von Lohn- bzw. Einkommensteuersenkungen durch den Bund finanziert werden. “So hätten Arbeitnehmer netto einen vollen Inflationsausgleich, die durch die Energiekrise geplagten Mittelständischen Unternehmen zumindest bei den Löhnen eine wichtige Erleichterung und die Lohn-Preisspirale wäre gebrochen”, schrieb der Verein in einer Aussendung am Mittwoch. Die Kosten, die für dabei für den Staat entstehen, würden durch inflationsbedingt höhere Steuereinnahmen ausgeglichen.

Der Großhandelskonzern Metro kündigte unterdessen an, seine Preise für 120 Produkte im Food Bereich vorübergehend einzufrieren. Zwischen 1. September und 25. Oktober werde das Unternehmen die Preise unter anderem für Eier, Zucker, bestimmte Wurstwaren und Alufolie garantieren.

Von: apa

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