Pressekonferenz

Informationsbroschüre zum Obstbau in der Handelskammer vorgestellt

Donnerstag, 09. April 2015 | 14:17 Uhr

Bozen – Die heute im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellte Informationsbroschüre gibt Auskunft über die Bedeutung der heimischen Obstwirtschaft. Die Broschüre wurde von der Handelskammer Bozen in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Apfelkonsortium und dem Südtiroler Bauernbund ausgearbeitet. Die Obstwirtschaft ist die Lebensgrundlage für viele landwirtschaftliche Familienbetriebe in Südtirol und ein wichtiger Arbeitgeber. Außerdem spielt der Obstbau eine bedeutende Rolle im Wirtschaftskreislauf. Der Südtiroler Apfel ist ein Exportschlager und gleichzeitig besonderer Botschafter für das Genussland Südtirol im In- und Ausland.

Die Obstwirtschaft erzielt eine direkte Wertschöpfung von über 350 Millionen Euro. Das ist die Hälfte der Wertschöpfung der gesamten Südtiroler Landwirtschaft. Rechnet man die indirekte Wertschöpfung (also die Effekte auf die anderen Wirtschaftssektoren) und die Wertschöpfung der Genossenschaften hinzu, sind es sogar an die 630 Millionen Euro. Der Obstbau ist zudem weniger anfällig für Konjunkturschwankungen als andere Branchen und trägt damit wesentlich zur Stabilität Südtirols in Krisenzeiten bei.

Eine positive Wirkung hat die Obstwirtschaft auch auf den Südtiroler Arbeitsmarkt. Zu den Arbeitskräften, welche die Bauern und Bäuerinnen auf ihren Apfelwiesen benötigen, kommen noch ganzjährig mehr als 2000 Mitarbeiter/innen in den Genossenschaften und über 700 Mitarbeiter/innen in den Obstverarbeitungsunternehmen hinzu. Der Obstbau ist daher ein wichtiger Arbeitsplatzgarant und gehört besonders in der Peripherie zu den wichtigsten Arbeitgebern.

Der Obstbau hat viele positive Effekte auf vor- und nachgelagerte Sektoren und ist ein bedeutender Motor für die lokale Wirtschaft und das Handwerk. So investieren die Südtiroler Obstgenossenschaften jährlich rund 40 Millionen Euro in Gebäude und Anlagen und stützen dadurch erheblich die heimische Wirtschaft.

Südtiroler Äpfel stellen einen Anteil von 13 Prozent am internationalen Exportvolumen Südtirols. Gleichzeitig sind die Früchte auch wichtig für das Image Südtirols im In- und Ausland. Südtirol ist führend im Anbau von Bioäpfeln und auch die konventionellen Obstbauern und -bäuerinnen arbeiten nach den strengen Richtlinien des integrierten Anbaus.

Damit das so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen für den Südtiroler Obstbau gesichert werden. Dazu braucht es Forschungsanstrengungen und Investitionen in innovative Produkte und Verfahren. Auch die gesetzlichen Bestimmungen müssen den Obstbaubetrieben weiterhin ein effizientes Arbeiten ermöglichen. Schließlich braucht es die Wertschätzung aller für den unermüdlichen Einsatz der Obstbauern und -bäuerinnen für ihr Naturprodukt.

Handelskammerpräsident Michl Ebner betont: „Durch die Gestaltung und den Druck der Informationsbroschüre zur Südtiroler Obstwirtschaft will die Handelskammer Bozen einen aktiven Beitrag zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Obstbaubetriebe leisten und auf ihre Bedeutung hinweisen.“

Weitere Auskünfte erteilt das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen, Ansprechpartner Georg Lun, Tel. 0471 945 708 E-Mail: georg.lun@handelskammer.bz.it.
 
Statements der Teilnehmer an der Pressekonferenz

Arnold Schuler, Landesrat für Landwirtschaft: „Es ist wichtig, die Bevölkerung auf die vielfältigen Leistungen der Obstwirtschaft hinzuweisen. Südtirol hat alle Voraussetzungen, den Weg des nachhaltigen Obstanbaus weiter erfolgreich zu gehen. Die neuen Pflanzenschutzrichtlinien zeigen, dass die Obstbaubetriebe ihre Verantwortung für die Menschen und die Umwelt übernehmen.“

Georg Kössler, Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums: „Die Obstgenossenschaften sind ein wichtiger Arbeitsplatzgarant in der Peripherie und ein bedeutender Motor für die lokale Wirtschaft. Dank der genossenschaftlichen Vermarktung ist der Apfel heute der Hauptexportartikel und für 13 Prozent der Südtiroler Exportleistung verantwortlich. Damit ist der Apfel auch ein wichtiger Botschafter Südtirols im Ausland.“

Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes: „Obstbaubetriebe schaffen auch Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Bereichen – bei Genossenschaften, bei Maschinenhändlern, im Betriebsmittelverkauf, im Handel und Handwerk usw. Ein funktionierender Obstbau kommt also allen zugute. Daher braucht es das Verständnis und das Zutun aller für positive Rahmenbedingungen und eine gute Weiterentwicklung des Obstbaus.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen