Fortbildungstag im AFI

Informationsrechte und Verhandlungsgeschick

Mittwoch, 01. April 2015 | 13:16 Uhr

Bozen – Die „Betriebsräte“ von Forst, Bergmilch Südtirol, Iprona und weiteren Betrieben mit klingenden Namen der Südtiroler Lebensmittelindustrie bilden sich im AFI | Arbeitsförderungsinstitut weiter, um ihren anspruchsvollen Aufgaben gerecht zu werden.

Sie sind die Männer und Frauen, die von ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen zu Sprechern der Belegschaft gewählt sind. Sie sind der Verhandlungspartner der Betriebsführung und vertreten die abhängig Beschäftigten des Unternehmens. Damit die „Betriebsräte“ ihre Aufgabe wahrnehmen können, müssen sie vom Unternehmen über Ausrichtung, Geschäftsverlauf und technische Maßnahmen informiert werden.

Um die Arbeitnehmer-Vertreter bei ihrer mitunter schwierigen Aufgaben zu unterstützen, veranstaltet das AFI  eine Fortbildungsreihe für Belegschaftsvertreter in der Südtiroler Lebensmittelindustrie.

„Am zweiten Fortbildungstag am 30. März haben wir mit den insgesamt elf Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus namhaften Lebensmittelproduktionsbetrieben das wichtige Instrument der Informationsrechte der Belegschaftsvertretung vertieft, weil eine fundierte Information ja die Grundlage für den Abschluss von Betriebsabkommen ist“, sagt Werner Pramstrahler, der Referent des AFI.

Am Nachmittag ging es um Verhandlungsführung und -strategien. Frau Nikoletta Zambelis vom BFI – dem Bildungsförderungsinstitut der Tiroler Arbeiterkammer – zeigte den Kursteilnehmenden an praktischen Beispielen gekonnt auf, wie die Belegschaftsvertretung die taktischen Spielräume in Gesprächen und Verhandlungen ausweiten und besser nutzen können.

„Dieser Kurs ist für mich sehr positiv“, sagte ein Belegschaftsvertreter zum Abschluss, denn gerade in den Verhandlungen mit geschulten Managern auf der anderen Seite des Tisches ist es für uns Arbeiter nicht immer leicht, Schritt zu halten – aber hier habe ich viel dazugelernt, wie ein Gespräch gelingen kann und wie wir unsere Bedürfnisse und Vorstellungen zielbewusst vorbringen können.“
Für Stefan Perini, den Direktor des AFI, ist die Zusammenarbeit mit den Innsbrucker Partnern vom BFI von strategischer Bedeutung und ein klarer Zugewinn für Südtirols Belegschaftsvertretungen: „Wir haben in Südtirol keine Betriebsräte wie in Österreich, bei uns heißen sie anders, aber die Aufgaben und Herausforderungen sind dieselben. Ziel ist es, in Südtirol die Voraussetzungen für eine gelebte Sozialpartnerschaft zu verbessern. “

Von: ©mk

Bezirk: Bozen