Zwei Veranstaltungen der Fakultät für Informatik

Innovation und Know-how für lokale Unternehmen

Montag, 08. Juni 2015 | 16:49 Uhr

Bozen – Um sich kontinuierlich weiter zu entwickeln und mit den anderen europäischen Regionen Schritt zu halten, braucht die Südtiroler Wirtschaft gut ausgebildete Informatiker und Programmierer. Die Antwort der Fakultät für Informatik der unibz lässt nicht auf sich warten. Nächste Woche plant die Fakultät eine Reihe von Events, um den Dialog zwischen Unternehmen und die Welt der Informatik zu fördern. Am kommenden Mittwoch, dem 10. Juni, findet die Software Factory statt, am Freitag, 12. Juni, folgt die vierte Ausgabe des Workshops Computer Science Meets Bussiness, der in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Unternehmenverband organisiert wurde. Der Fokus dieses Workshops wird auf die Technologie der Recommender Systems gelegt.

Letzthin hat die Handelskammer Bozen die Bedürfnisse der lokalen Unternehmen deutlich ausgedrückt: Für ihre Entwicklung brauchen Südtiroler Unternehmen insbesondere kompetente Mitarbeiter im Bereich Informatik. Nächste Woche wird die Fakultät für Informatik zwei Veranstaltungen organisieren, welche die bereits existierende Vernetzung mit der Wirtschaftswelt stärken soll. Eines der wesentlichen Merkmale des Studienangebots der Fakultät für Informatik, ist die Möglichkeit hochwertige Praktika in Unternehmen zu absolvieren, während derer Studierende im Rahmen eines Projektes einen effektiven Beitrag leisten können. Das ist doppelt vorteilhaft: für die Studierende selbst und für die Unternehmen. Nicht selten werden Studierende bereits vor ihrem Abschluss in Informatik von Unternehmen angestellt.

Die Fakultät für Informatik organisiert während des gesamten Studienjahres Workshops, Treffen mit Experten und Unternehmern und diese beiden Veranstaltungen bilden den Abschluss dieses Zyklusses. Die beiden Veranstaltungen, Software Factory und Computer Science Research Meets Business unterschiedliche und trotzdem komplementäre Schwerpunkte. Software Factory fördert die Lehre und die Projektentwicklung seitens der Studierenden, während Computer Science Research Meets Business sich auf die Forschung und den Wissens- und Technologietransfer für lokale Unternehmen konzentriert.

Der Workshop Software Factory, welcher am Mittwoch 10. Juni stattfinden wird (17.00 Uhr, Hörsaal D1.03, Universitätsplatz 1), stellt den Schlusspunkt der gleichnamigen Lehrveranstaltung des Wintersemesters dar. Während des 12- wochigen Kurses, hatten Studierende die Möglichkeit, Projekte zu erarbeiten, die von Unternehmen vorgeschlagen worden waren und die sonst mit internen Ressourcen nicht durchführbar gewesen wären. Die Einzigartigkeit und der besondere Mehrwert des Kurses bestanden in der Simulation einer realen Situation aus der Arbeitswelt. Die Studierenden arbeiteten in Gruppen und sollten Kundenbedürfnisse in einem bestimmten Zeitraum befriedigen. Als Vorteil hatten die Unternehmer die Unterstützung von innovativen Idee für ihre Betriebe.

Heuer haben sich Studierende auf zwei Projekten konzentriert: Jack My Tour und Gem. Jack My Tour ist eine App, die hilft, die eigene Freizeitgestaltung individuell und ortsbezogen zu organisieren. Bei Gem hingegen handelt es sich um eine Software, die hilft – nach dem Vorbild von Facebook – Meinungen über Objekte, Tätigkeiten und Sehenswürdigkeiten für die Nutzer zu kombinieren, so dass ihre Entscheidungen schneller und nach Relevanz erfolgen.

Am Mittwochabend werden Studierende – auch als künftige Startupper – vor einem Publikum von Unternehmern und potenziellen Investoren die Ergebnisse ihrer Arbeit und ihre Geschäftsideen vorstellen, die sie in der nächsten Ausgabe der Lehrveranstaltungen (ab Oktober 2015) entwickelt werden. Darüber hinaus wird es auch Raum für die Preisverleihung geben. Das Format der Software Factory wurde aus Finnland importiert und unter den Gästen des Abends wird auch Kari Systä von der Tampere University of Technology (TUT) sein, um Demola vorzustellen, einen Innovationshub, der zurzeit sehr erfolgreich läuft.

Am Freitag, findet zum vierten Mal der Workshop Research meets Business statt. Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative der Fakultät für Informatik und des Unternehmerverbandes. Am Nachmittag – ab 14.00 Uhr (Hörsaal D 1.01, Universitätsplatz 1), werden mehrere Referenten, darunter Professoren und internationale Gäste das Thema des Recommender Systems und seine Anwendungsmöglichkeiten diskutieren. Die Recommender Systems (RSs) sind eine relativ neue Technologie, die von großen Online-Firmen wie Amazon, Tripadvisor oder YouTube eingesetzt wird. Diese ermöglicht es, Daten zum Nutzerverhalten zu erheben und zu filtern und damit dem Kunden oder dem Internetnutzer Einkaufsvorschläge anzubieten, die auf seine Interessen und Bedürfnissen zugeschnitten sind. Auf diese Weise kann das Angebot seitens der Unternehmen zielgerichteter und effektiver ausgerichtet werden. Francesco Ricci, Dekan der Fakultät und Experte von RSs, wird in den Workshop einführen. Zu Gast sind: Omar Moling (IT-Unternehmer in Zürich und unibz-Absolvent), Lukas Lerche (Universität Dortmund), Linas Baltrunas (Telefonica Barcelona und unibz-Absolvent), Adriano Venturini (eCTRL Solutions SRL, Trento), Markus Gufler (Limitis Srl, Bozen) und Alessandro Fasolo (EDB Projekte, Bozen).

Johann Gamper, Informatik-Professor und Organisator des Workshops, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der IT-Branche des Unternehmerverbandes: "Das ist die vierte Auflage des Workshops und Gelegenheiten wie diese sind eine wichtige Ajournierungschance für alle Beteiligten und gleichzeitig tragen sie dazu bei den Dialog zwischen Wirtschaft und Universität zu fördern. Aus persönlichen Kontakten sind im Laufe der letzten Jahre Kooperationen und Projekte entstanden, die sonst schwierig umzusetzen gewesen wären. Diesmal haben wir als zentrales Thema Recommender Systems ausgewählt, weil diese Technologie in Südtirol immer noch wenig bekannt ist und genutzt wird. Auf lokaler Ebene, vor allem im Bereich des Tourismus, ist sie aber von großem Interesse und Nutzen".

Von: ©mk

Bezirk: Bozen