Neue Schätzungen am Dienstag

Insider: IWF wird Wachstumsprognosen leicht anheben

Montag, 09. Oktober 2017 | 14:50 Uhr

Der IWF wird nach Angaben eines Insiders seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft anheben. Die Vorhersagen für 2017 und 2018 würden “leicht nach oben” revidiert, hieß es in deutschen Regierungskreisen am Montag. Bisher erwartet der Fonds für 2017 ein globales Wachstum von 3,5 Prozent und für 2018 von 3,6 Prozent. Am Dienstag legt er neue Schätzungen vor.

Am Rande treffen sich traditionell die Finanzminister der G-20-Länder. Dort hat derzeit noch Deutschland die Präsidentschaft inne. Mit Blick auf das G-20-Finanzministertreffen wertete ein hoher deutscher Regierungsvertreter die deutsche G-20-Präsidentschaft als Erfolg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) habe vieles von dem aufgegriffen, was Deutschland als Schwerpunkte gesetzt habe.

Der Währungsfonds ist auch Sicht der deutschen Regierung nach langem Streit über einen ausgewogenen Spar- und Reformkurs auf deutschen Kurs eingeschwenkt. Angesichts der auch europaweit besseren Konjunkturzahlen setze inzwischen auch der IWF stärker auf Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen, hieß es am Montag im Finanzministerium. Die Stärkung der Widerstandskraft von Volkswirtschaften über ein größeres Finanzpolster stoße auf ein “sehr breites Echo”.

Für den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der in dieser Woche ein letztes Mal zu einem Treffen mit seinen Kollegen der G-20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer sowie zur IWF-Tagung nach Washington reist, kommt diese Kehrtwende gerade richtig. Schäuble soll am 24. Oktober zum neuen Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt werden.

In den vergangenen acht Jahren als Finanzminister pochte Schäuble darauf, dass hoch verschuldete Länder in guten Zeiten ihre Staatshaushalte in Ordnung bringen und so Vertrauen zurückgewinnen müssten. Im Aufschwung müsse ein Puffer geschaffen werden, um widerstandsfähiger gegen neue Krisen zu werden. Der IWF fürchtete dagegen, dass Sparsamkeit der wirtschaftlichen Erholung schade und Wachstum mit Konjunkturspritzen auf Pump angekurbelt werden müsse.

Von: APA/dpa/ag.