OPEC soll "Komplotte anderer Staaten stoppen"

Iran besteht trotz US-Sanktionen auf OPEC-Kontingent

Sonntag, 19. August 2018 | 13:32 Uhr

Der Iran besteht ungeachtet drohender US-Sanktionen gegen seine Öl-Industrie auf eine volle Umsetzung seiner Kontingente bei der OPEC. “Ganz gleich wie die Umstände sind, kein Land hat das Recht, den Anteil anderer Mitglieder bei Produktion und Export zu übernehmen”, sagte der iranische OPEC-Gesandte Kasem Gharibabadi am Sonntag der amtlichen iranischen Öl-Nachrichtenagentur Shana.

Die Ministerkonferenz der OPEC habe auch keine entsprechende Lizenz erteilt. Die Organisation solle “die Komplotte anderer Staaten stoppen, die diese Organisation politisieren wollen”, habe Gharibabadi dem OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärt.

US-Präsident Donald Trump hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran gekündigt und neue Sanktionen eingeleitet. Von diesen soll ab Anfang November auch die Öl-Industrie des Landes betroffen sein. Er hat zudem die OPEC aufgefordert, mit Hilfe einer Produktionserhöhung für niedrigere Preise zu sorgen. Der US-Verbündete Saudi-Arabien, ein Erzrivale des Irans und ebenfalls OPEC-Mitglied, hatte sich im Mai bereit erklärt, Sorgen der Verbraucher über Versorgungsengpässe durch eine höhere Produktion entgegenzukommen. Der Iran ist hinter Saudi-Arabien und dem Irak der drittgrößte Öl-Förderer in der Organisation Erdöl-produzierender Länder (OPEC).

Irans Vize-Präsident Eshaq Jahangiri zeigte sich zuversichtlich, auch nach dem Beginn der neuen Öl-Sanktionen den Rohstoff verkaufen zu können. “Wir haben die Hoffnung, dass die europäischen Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen können”, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. “Aber selbst wenn nicht suchen wir nach Lösungen, um unser Öl zu verkaufen und die Einnahmen transferieren zu können.” Die Europäer hätten zugesagt, die Verluste nach der neuen Runde der amerikanischen Strafmaßnahmen wettzumachen, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Nach dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen wollen die anderen Unterzeichnerstaaten, darunter auch Deutschland, die Vereinbarung retten.

Von: APA/ag.