Allied Irish Banks kehrt an die Börse zurück

Irland bringt Ex-Krisenbank AIB an die Börse zurück

Freitag, 23. Juni 2017 | 16:00 Uhr

Die irische Ex-Krisenbank Allied Irish Banks (AIB) ist an die Börse zurückgekehrt. Irland verkaufte am Freitag für 3 Mrd. Euro ein Aktienpaket von 25 Prozent am Markt. Das Land hatte 21 Mrd. Euro für die Rettung des Instituts ausgegeben. AIB ist der drittgrößte Bankbörsengang in Europa seit der weltweiten Finanzkrise 2008 und die größte Emission in London seit sechs Jahren.

Bis zum frühen Freitagnachmittag stieg die an der Londoner Börse gehandelte Aktie des vom Staat geretteten Geldhauses auf 4,65 Euro. Das irische Finanzministerium hatte einen Teil seiner Anteile zu 4,40 Euro je Stück und damit in der Mitte der Preisspanne von 3,90 bis 4,90 Euro an Investoren verkauft.

Sowohl AIB-Chef Bernard Byrne als auch Irlands Finanzminister Paschal Donohoe bezeichneten den Börsengang als Meilenstein für die Bank. Donohoes Vorgänger Michael Noonan hatte die Platzierung im Mai in die Wege geleitet. Ihm zufolge wird sich die vollständige Privatisierung wohl über acht bis zehn Jahre hinziehen.

Das Geldhaus war während der Finanzkrise in Schieflage geraten, wurde 2009 vom Staat gerettet und anschließend nahezu komplett übernommen. Nach jahrelanger Sanierung war die AIB vor drei Jahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Als erste vom Staat aufgefangene irische Bank sieht sich das Institut mittlerweile wieder in der Lage, eine Dividende zu zahlen.

Irland will die Erlöse aus dem Börsengang in den Abbau von Schulden stecken, die mit 200 Mrd. Euro zu den höchsten in der Eurozone gehören. Der irische Staat erhält aus dem Börsengang allerdings nicht ganz die erhofften Einnahmen. Die Bruttoerlöse beliefen sich inklusive der sogenannten Mehrzuteilungsoption auf 3,4 Milliarden Euro, wie das Finanzministerium am Freitag in Dublin erklärte. Ursprünglich waren bis zu 3,8 Mrd. Euro angepeilt worden.

Von: APA/ag

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