Der wirtschaftliche Abschwung wird tiefe Spuren hinterlassen

IWF: Anzeichen wirtschaftlicher Normalisierung in China

Samstag, 21. März 2020 | 11:53 Uhr

Chinas Wirtschaft zeigt nach dem Schock der Coronavirus-Krise dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge trotz weiter bestehender Risiken Anzeichen einer Normalisierung. Die meisten größeren Unternehmen hätten ihren Betrieb wieder aufgenommen und viele Mitarbeiter seien an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, erklärte der IWF am Freitag.

Allerdings könnten die Infektionen wieder zunehmen, wenn der inländische und internationale Reiseverkehr wieder aufgenommen werde. Auch könnte der Virus-Ausbruch in anderen Ländern und die Turbulenzen an den Finanzmärkten die Geschäfte der chinesischen Exporteure erschweren.

Der wirtschaftliche Abschwung im ersten Quartal in China werde erheblich sein und auch über das gesamte Jahr tiefe Spuren hinterlassen, erklärte der IWF. Dabei verwies er auf sehr schwache Daten von der chinesischen Industrieproduktion und vom Einzelhandel im Jänner und Februar. Der IWF lobte aber die Reaktion der Volksrepublik auf den Virus-Ausbruch. China zeige, dass die richtige Politik einen Unterschied bei der Bekämpfung der Krankheit und der Milderung ihrer Auswirkungen mache, wenn auch mit harten wirtschaftlichen Einschnitten. Die Führung in Peking müsse daher bereit sein, falls nötig Wachstum und finanzielle Stabilität weiter zu unterstützen und sich international abzustimmen.

China meldete am Samstag den dritten Tag in Folge keine neue Ansteckung mit dem Coronavirus im Inland. Allerdings nahm die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland eingereist sind, um 41 auf 269 zu, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in China auf 81.008. Die Zahl der Todesfälle legte um sieben auf 3.255 zu. Alle neuen Todesfälle seien in der Provinz Hubei registriert worden, dem Zentrum des Virus-Ausbruchs in China und dem Ausgangsort der globalen Epidemie.

Das neuartige Virus war erstmals im Dezember in der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei bei Menschen festgestellt worden. Es soll auf einem Markt mit Wildtieren übertragen worden sein. Die Behörden ergriffen dann Ende Jänner drakonische Maßnahmen und riegelten die gesamte Provinz mit ihren 56 Millionen Menschen von der Außenwelt ab. Diese gigantische Quarantäne wurde aber zuletzt bereits etwas gelockert. China fürchtet jedoch eine zweite Welle von Infektionsfällen durch aus dem Ausland einreisende Chinesen.

“Wuhan macht dem Rest der Welt Hoffnung, dass selbst die schlimmste Situation gedreht werden kann”, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in einer im Internet übertragenen Pressekonferenz.

Von: APA/ag.