Eurozone wartet mit 1,5 Prozent BIP-Wachstum auf, Italien mit 0,5

IWF-Wachstumsprognose: Nachzügler Italien

Mittwoch, 15. April 2015 | 12:08 Uhr

Bozen – Der Internationale Währungsfond (IWF) geht in seiner jüngsten Erhebung von einem schwachen Wirtschaftswachstum in der Eurozone aus. Weit abgeschlagen vom europäischen Durchschnitt mit etwa 1,9 Prozent BIP-Wachstum und dem Eurozonenwachstum von etwa 1,5 Prozent liegt Italien. Für das laufende Jahr wird ein geringes Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. „Dieser Wert wird im Laufe des Jahres – wie in der vergangenen Jahren – mit großer Wahrscheinlichkeit nach unten korrigiert“, so der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Roland Tinkhauser.
 
„Zurzeit ist im politischen Europa Griechenland in aller Munde. Die neue griechische Regierung versucht mit unkonventionellen Methoden die europäischen Geldgeber von neuen Krediten bzw. Kreditstundungen zu überzeugen. Auch außerhalb der EU werden Geldgeber gesucht. Griechenland verdeckt momentan die wirtschaftlichen Schwierigkeiten anderer südeuropäischer Staaten, darunter in erster Linie die Schwierigkeiten Italiens“, so der Freiheitliche Abgeordnete Roland Tinkhauser einleitend. „Der IWF geht bei Griechenland von einem BIP-Wachstum im laufenden Jahr von 2,5 Prozent aus und für das kommende Jahr 2016 werden sogar 3,7 Prozent berechnet. Italien ist von vergleichbaren Werten weit entfernt. Mit einem Wachstum von 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent für das kommende Jahr, treten die Unterschiede klar zu Tage“, erklärt Tinkhauser.
 
„Insgesamt ist in der Eurozone nur ein schwaches Wirtschaftswachstum zu erwarten, trotz sich erholender Konjunkturdaten“, hält Tinkhauser fest, „und Italien bildet in gewohnter Weise das Schlusslicht. Selbst in Deutschland oder Österreich pendeln die Aussichten zwischen 0,9 und 1,7 Prozent. Andere südeuropäische Staaten wie das erwähnte Griechenland oder Spanien liegen jeweils über der 2 Prozentmarke.“
 
„Die Schuldenkrise des Euro hat ihre Spuren hinterlassen“, betont der Freiheitliche Abgeordnete, „und die Staatshaushalte, wie jener von Italien, zeichnen sich durch hohe und steigende Schulden aus. Das schreckt nicht nur Investoren ab, sondern hemmt die unternehmerische Tätigkeit auf dem italienischen Markt, der zusätzlich mit einer hohen Steuer- und Bürokratiebelastung zu kämpfen hat. Aussicht auf ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gibt es keine. Wirtschaftliche Probleme des Staates, der damit einhergehende ständige Zugriff auf die Finanzen der Sonderautonomien und Zentralisierungsbestrebungen sind auf Jahre hin vorprogrammiert. Südtirol wird mit diesem negativen wirtschaftlichen Ausblick über Jahre konfrontiert sein.“
 
„Wenn wir uns in Südtirol nicht trauen in einem Südtirolkonvent offen über die Zukunft des Landes zu sprechen werden noch weitere Generationen auf Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenquoten warten müssen“, so Tinkhauser abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen