IWF warnt vor einem Gespenst des stärkeren Abschwungs

IWF warnt vor Risiken durch Handelskonflikte und Brexit

Mittwoch, 10. April 2019 | 16:58 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Turbulenzen an den Finanzmärkten. “Die Anfälligkeiten nehmen weiter zu”, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht des Fonds. Durch die Handelskonflikte oder einen harten Brexit könnten womöglich die kurzfristigen Risiken für die Finanzstabilität zunehmen.

Sollte das geldpolitische Umfeld locker bleiben, dürften zudem die Schulden weiter steigen, warnte der IWF. Falls die Politik nichts unternehme, drohe für die Zukunft “das Gespenst eines stärkeren Abschwungs.” Vor allem die haushaltspolitischen Herausforderungen in Italien hätten Sorgen wieder aufleben lassen.

Die Kapitalquoten der Banken seien im Euroraum zwar gestiegen, aber potenzielle Verluste aus faulen Krediten und bei Staatsanleihen könnten bei einigen Instituten zu Kapitalbedarf führen. Versicherer könnten ebenfalls betroffen sein wegen hoher Bestände an Staats-, Bank- und Firmenanleihen. Belastungen im Finanzsektor könnten sich auch negativ auf Unternehmen und Haushalte auswirken und Wirtschaftswachstum bremsen. Die IWF-Experten plädieren ferner dafür, verstärkt öffentliche Haushalte und Bilanzen in Ordnung zu bringen. “Maßnahmen zur Bekämpfung notleidender Kredite in den Bankbilanzen der Eurozone sollten fortgesetzt werden.”

Schwellenländer sollten sich besser wappnen gegen den Abfluss ausländischer Portfolios. Behörden in China etwa sollten Risiken im Finanzsektor weiter reduzieren, Schuldenabbau fortsetzen und mehr gegen Verwundbarkeiten bei Banken vorgehen. “In China bleiben die Anfälligkeiten im Finanzbereich hoch.”

Von: APA/ag.