Regionaldirektor stellt Rentenzahlen und Wirtschaftsdaten für Südtirol vor

Jahresbericht des NISF: Leichter Aufwärtstrend

Dienstag, 09. Juni 2015 | 19:14 Uhr

Bozen – Marco Zanotelli, Regionaldirektor des Renteninstituts NISF/INPS hat heute im Plenarsaal den Abgeordneten den Tätigkeitsbericht 2014 vorgestellt. Demnach sind im Berichtsjahr 1.232 neue Betriebe entstanden. Landwirtschaftliche und Tourismusbetriebe nehmen zu, während der Bausektor weiter abnimmt. Für Südtirol auffallend im Vergleich zum restlichen Staatsgebiet sei die Zunahme der Betriebsgröße. Die Beschäftigungslage sei 2014 schwierig geblieben, aber in den ersten Monaten des neuen Jahres habe die Arbeitslosenrate abgenommen.

Die Bilanz des Instituts mit 4,5 Mrd. Euro sei nicht mehr positiv, da das Durchschnittsalter steige und mit ihm die Ausgaben für Renten. Südtirol sei etwas besser dran, da aufgrund der hohen Beschäftigung das Arbeitsleben und die eingezahlten Beiträge kontinuierlich seien. Die Rentenausgaben in Südtirol beliefen sich auf 1.975 Mio. Euro, der Großteil der Rentenbeträge liege zwischen 500 und 750 Euro im Monat, wobei die Renten der Frauen  in der Regel niedriger seien als jene der Männer. Zanotelli gab auch einen Überblick über die Kontrolltätigkeit seines Instituts, die insgesamt auf einen gesunden Wirtschaftsstandort schließen ließen.

Landtagspräsident Thomas Widmann dankte Zanotelli für seine Ausführungen und bat die Abgeordneten um Stellungnahmen bzw. Fragen.

Walter Blaas fragte nach den Auswirkungen des Verfassungsurteils zur Fornero-Reform, nach der Zukunft des alten INPS-Gebäudes sowie nach der Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht. Brigitte Foppa fragte nach den Aussichten, um das Rentengefälle zwischen Männern und Frauen zu verringern.

Das Urteil zur Fornero-Reform betreffe 42.000 Personen, die ab August den vorgesehenen Bonus erhalten würden, erklärte Zanotelli. Was das Rentengefälle zwischen Mann und Frau betreffe, so meinte er, dass die Pausen im Arbeitsleben immer länger würden, aber einiges davon könne man mit geeigneten Maßnahmen vor Ort auffangen. Vizedirektorin Veronika Meraner präzisierte auf eine entsprechende Frage von Blaas, dass vorzeitige Rückzahlungen der Beiträge an Ausländer nicht vorgesehen seien. Das alte INPS-Gebäude werde verkauft. Sie wies auch darauf hin, dass das Internetportal des Instituts vor allem in Richtung Zweisprachigkeit ausgebaut wurde, aber das sei nur ein Anfang.

Helmuth Renzler bemerkte, dass der von der Regierung vorgesehene Bonus keinen wirklichen Inflationsausgleich darstelle, und fragte, ob es noch weitere Rekurse gebe, die eine vollständige Rückzahlung forderten. Er fragte auch, ob eine Stellenausschreibung für Bozen in Aussicht sei.

Es handle sich um eine mit dem Haushalt kompatible Rückzahlung, räumte Zanotelli ein. Noch offene Verfahren in dieser Frage könnten sich noch Jahre hinziehen. Auch das NISF müsse sich an den Aufnahmestopp halten, aber für Bozen könne man lokale Wettbewerbe anpeilen, weil Versetzungen aus bekannten Gründen nicht möglich seien.

Von: ©lt

Bezirk: Bozen