Shinzo Abe will Inflation nach oben treiben

Japanische Regierung fordert Lohnerhöhungen um drei Prozent

Dienstag, 26. Dezember 2017 | 10:00 Uhr

In Japan hat Regierungschef Shinzo Abe die Arbeitgeber aufgefordert, die Löhne im kommenden Jahr um mindestens drei Prozent anzuheben. Damit solle der wirtschaftliche Aufschwung im Land gestützt werden, sagte Abe am Dienstag in einer Rede beim wichtigsten Wirtschaftsverband Keidanren. Die Inflationsrate solle dadurch in Richtung der von der Notenbank angestrebten zwei Prozent getrieben werden.

Daten der Regierung zufolge haben die Löhne bei den großen japanischen Unternehmen seit 2014 im Schnitt pro Jahr um etwas mehr als zwei Prozent zugelegt. Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda sagte bei dem Treffen, die Unternehmen hätten Lohnanhebungen in den vergangenen Jahren gescheut, weil sie die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund gestellt hätten.

Dies sei die Folge von 15 Jahren Deflation, also sinkenden Verbraucherpreisen. Es habe auch damit zu tun, dass die Firmen sich nicht getraut hätten, die Preise für ihre Produkte zu erhöhen, weil sie fürchteten, ihnen könnten dann die Kunden davonlaufen.

In Japan zog die Inflation leicht an. Im November stiegen die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent, wie eine Statistik der Regierung zeigt. Darin werden Energiekosten berücksichtigt, die üblicherweise stark schwankenden Preise für frische Nahrungsmittel dagegen bleiben außen vor. Im Oktober betrug die Teuerung 0,8 Prozent. Die Verbraucherpreise legen nun schon elf Monate in Folge zu.

Von: APA/ag.