In Japan herrscht akuter Arbeitskräftemangel

Japans Moderiese Uniqlo hebt Löhne um bis zu 40 Prozent an

Mittwoch, 11. Januar 2023 | 10:05 Uhr

Der Betreiberkonzern des japanischen Moderiesen Uniqlo sorgt mit einer kräftigen Gehaltserhöhung für seine Mitarbeiter in Japan für Schlagzeilen. Die Bezüge würden im März um bis zu 40 Prozent angehoben, teilte der Konzern am Mittwoch mit und löste damit auch in der Regierung für Freude aus. Er hoffe, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen und die Löhne “maximal” erhöht werden, sagte Regierungssprecher Hirokazu Matsuno.

Der Konzern Fast Retailing will mit der Gehaltssteigerung nach eigenen Angaben die Lohnunterschiede zu seinen Mitarbeitern im Ausland verringern sowie die globale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern. Am Donnerstag will die Firma, die weltweit mehr als 3.500 Bekleidungsgeschäfte betreibt, ihre Quartalsergebnisse vorlegen. Im Oktober hatte sie für das Geschäftsjahr 2021/22 einen Rekordgewinn bekanntgegeben. Die Aktien des Modekonzerns stiegen in Tokio am Mittwoch um 1,4 Prozent.

Die monatlichen Anfangsgehälter für Hochschulabsolventen werden bei dem Konzern von derzeit 255.000 auf 300.000 Yen (rund 2.100 Euro) angehoben. Die Monatsgehälter neuer Filialleiter werden 390.000 Yen betragen, ein Plus von 100.000 Yen. Auch die Jahresverdienste anderer Mitarbeiter werden nach den Angaben um bis zu 40 Prozent erhöht.

Angesichts der rasanten Überalterung der japanischen Gesellschaft infolge zu geringer Geburten herrscht in einigen Branchen schon jetzt ein akuter Arbeitskräftemangel. Dadurch dürften sich nach Einschätzung von Experten die Lohnerhöhungen für junge und talentierte Arbeitskräfte beschleunigen. Zugleich könnten Lohnerhöhungen dazu führen, dass leistungsschwache Unternehmen auf der Strecke bleiben und es zu Umstrukturierungen komme, hieß es in japanischen Internetkommentaren.

Die japanische Regierung hat wegen steigender Lebenshaltungskosten Unternehmen aufgefordert, die Löhne zu erhöhen. Es wird erwartet, dass der Schritt des globalen Bekleidungskonzerns die jährlichen Lohnverhandlungen (Shunto) im Frühjahr zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in ganz Japan beeinflussen wird.

In Japan sind die Löhne und Gehälter seit den frühen 1990er-Jahren kaum gestiegen und erreichten 2021 durchschnittlich umgerechnet 39.711 Dollar (aktuell 37.034 Euro) jährlich. Der Mittelwert aller OECD-Staaten liegt bei 51.607 Dollar.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "Japans Moderiese Uniqlo hebt Löhne um bis zu 40 Prozent an"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
29 Tage 2 h

Das ist mal eine Ansage, da könnten sich viele eine Scheibe abschneiden.
Man sieht wo bei denen die Wertschätzung lieg, und wo sie den Firmenerfolg sehen… 
Bei uns heißt es meistens, das sind die Tarife, anders geht es nicht…

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 23 h

Was nützt es, wenns zu wenige junge Leute gibt? Da streiten sich dann lediglich Länder und Firmen um diejenigen die zur Verfügung stehen da es dieses Problem in vielen Ländern gibt. Ganz besonders in Europa!

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
29 Tage 1 h

So sieht man wie uns die Arbeitgeber auf den Arm nehmen und was für Gehälter möglich wären. Und ich bin überzeigt es sind immer noch Peanutz.

N. G.
N. G.
Kinig
29 Tage 1 h

Der Konkurrenzkampf um Arbeitnehmer hat begonnen! Nur Geld wird das Problem nicht lösen denn wie im Bericht erwähnt, die Gesellschaft ist überaltert und woher sollen dann die neuen Arbeitskräfte kommen? Wer am meisten bezahlt, hat dann keine Sorgen? Was tun die Anderen dann?
Deutschland im Wirtschaftswunder, hat Arbeitskräfte aus Italien und der Türkei geholt.
Wir könnten sie uns aus Afrika holen, für die Sicherung unseres Wohlstands? Oder berauben wir sie dann ihrer Eliten?

wpDiscuz