Unternehmen wie die Caixabank sind betroffen

Katalonien-Konflikt zieht Krise – Banken wandern ab

Freitag, 06. Oktober 2017 | 19:37 Uhr

Nach der spanischen Banco Sabadell hat auch die Großbank La Caixa entschieden, ihren Hauptsitz aus Katalonien herauszuverlegen. Das Geldinstitut – der größte Geldgeber der Krisen-Region – werde von Barcelona nach Valencia umziehen, berichtete die Zeitung “El Mundo” am Freitagabend.

Zuvor hatte es geheißen, La Caixa habe im Zuge des Konflikts um die Unabhängigkeit entweder Mallorcas Hauptstadt Palma oder Valencia als neuen Standort im Visier.

Erst am Nachmittag hatte die spanische Regierung entschieden, Unternehmen und Banken einen Abzug aus der Konfliktregion zu erleichtern. Sie verabschiedete ein Dekret, wonach eine entsprechende Entscheidung des Aufsichtsrats ausreicht. Eine Gesellschafterversammlung muss nicht mehr einberufen werden.

Die Katalanen hatten sich am Sonntag bei einem umstrittenen und von der Justiz untersagten Referendum mit deutlicher Mehrheit für eine Abspaltung der wirtschaftsstarken Region von Spanien ausgesprochen. Allerdings hatten nur 42 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen.

Die Regierung in Madrid hatte wochenlang mit allen Mitteln versucht, die Volksabstimmung zu verhindern und lehnt bisher jeden Dialog mit der Führung der Regionalregierung ab. Diese hat für Dienstag eine Parlamentssitzung angesetzt, bei der die Unabhängigkeit erklärt werden könnte.

Der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz, betonte inzwischen, er halte eine Vermittlung der Europäischen Union für sinnvoll. Dass man von Europa aus eine Person oder eine Gruppe bestimmt, die versucht, eine Lösung zu erarbeiten, fände ich sinnvoll und wünschenswert”, sagte der Belgier der “Frankfurter Rundschau”.

Von: APA/ag.