Diesel-Abgase sind weiter ein großes Thema

KBA prüft Verdacht gegen Daimler-Diesel

Sonntag, 10. Juni 2018 | 08:59 Uhr

Daimler gerät im Dieselskandal einem Medienbericht zufolge weiter unter Druck. Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe inzwischen fünf “unzulässige Abschaltfunktionen” bei Daimler-Modellen entdeckt, berichte die “Bild am Sonntag”. Die Behörde geht dem Verdacht nach, dass diese Software-Funktionen in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte (Euro 6) zum Einsatz kämen, hieß es in dem Bericht.

Fast eine Million Fahrzeuge seien betroffen. Daimler wollte sich am Samstagabend nicht zu dem Bericht äußern. “Kein Kommentar”, sagte ein Sprecher. Daimler arbeite allerdings vollumfänglich und transparent mit dem KBA und dem deutschen Verkehrsministerium zusammen. Der Sprecher bekräftigte zudem, Daimler widerspreche, wenn das KBA meine, es handle sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Die “BamS” schrieb, Daimler nutze wie andere Hersteller eine Harnstofflösung zur Abgas-Reinigung. Allerdings verschlechtere sich laut KBA der Wirkungsgrad ohne erklärbaren Grund, sobald der Motor nach dem Start 17,6 Gramm Stickoxide ausgestoßen habe. Bei einer anderen Softwarefunktion wechsle die Motorsteuerung nach 1.200 Sekunden – bei neueren Modellen 2.000 Sekunden – in den schmutzigen Abgas-Modus.

Daimler-Chef Dieter Zetsche soll an diesem Montag erneut im deutschen Verkehrsministerium vorsprechen und Klarheit über das Ausmaß des mutmaßlichen Dieselabgasskandals bei Mercedes schaffen. Anfang Juni hatte der “Spiegel” berichtet, Daimler drohe im Dieselskandal eine Milliarden-Strafe.

Von: APA/ag.