Kdolsky in Bozen als neue Präsidentin der SAIM vorgestellt

Ex-ÖVP-Gesundheitsministerin soll digitale Patientenakte voranbringen

Donnerstag, 04. Mai 2017 | 14:30 Uhr

Bozen – Die ehemalige ÖVP-Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist am Donnerstag in Bozen als neue Präsidentin der Private-Public-Partnership-Gesellschaft SAIM präsentiert worden. In dieser Funktion soll sie vor allem die Implementierung einer Integrierten Digitalen Patientenakte in Südtirol voranbringen, teilte der Südtiroler Sanitätsbetrieb in einer Aussendung mit.

Generaldirektor Thomas Schael zeigte sich erfreut, dass eine “Fachärztin diesen zentralen Aufgabenbereich der Informatisierung übernimmt”. Zudem verfüge Kdolsky über “Erfahrung in der Führung von großen Organisationen” wie über Kenntnisse in Projekt- und Prozessmanagement.

Die 54-Jährige wird dem dreiköpfigen Verwaltungsrat der SAIM vorstehen, die in den Jahren 2017-2022 rund 16 Mio. Euro in die Implementierung der landesweiten Digitalen Patientenakte investieren wird. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb, der 51 Prozent hält, wird von Christian Schatzer, Inhaber der Stabstelle für Innovation und Projektmanagement, die privaten Partner von Alberto Steindler von Insiel Mercato vertreten.

Pöder: “Interessenskonflikte zwischen privater Tätigkeit und Arbeit für Südtiroler Sanitätsbetrieb”

Die Ernennung der früheren ÖVP-Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky zur neuen Präsidentin der Informatikgesellschaft des Südtiroler Sanitätsbetriebes, SAIM, sorgt beim Landtagsabgeordneten Andreas Pöder (BürgerUnion) für Stirnrunzeln.

“Ex-ÖVP-Politikerin Andrea Kdolsky ist sicherlich eine gute Medizinerin und kompetente Managerin im Gesundheitsbereich, allerdings kann es zu Interessenskonflikten zwischen ihrer Tätigkeit in privaten Unternehmensberatungen im Gesundheitswesen und der jetzigen Präsidentschaft in einer Gesellschaft, die zu mehr als der Hälfte dem öffentlichen Südtiroler Gesundheitswesen gehört, kommen”, befürchtet Pöder.

Ex-Ministerin Kdolksy ist laut eigenen Angaben Beraterin im Bereich Gesundheitsökonomie, Lobbyistin und Beraterin, deshalb stellt sich nach Ansicht Pöders die Frage, ob es hier nicht zwangsläufig zu Interessensverstrickungen mit der Aufgabe für den öffentlichen Südtiroler Sanitätsbetrieb kommt.

“Es liegt mir fern, der neuen SAIM-Präsidentin unlautere Absichten zu unterstellen, die Frage ist aber, welche anderen Tätigkeiten sie neben der nunmehr mehr oder weniger öffentlichen Tätigkeit für den Südtiroler Sanitätsbetrieb beibehält. Mit dem Informatikbetrieb des Südtiroler Sanitätsbetriebes SAIM hat man in Südtirol in den letzten Jahren keine guten Erfahrungen gemacht. Jetzt ist zu schauen, ob er in Zukunft die Erwartungen hinsichtlich der Digitalisierung des Südtiroler Gesundheitswesens erfüllt”, so der Abgeordnete.

Von: apa

Bezirk: Bozen