Es soll wieder verstärkt in den Staaten produziert werden

Kein Apple-Kommentar zu Trumps Angaben über drei US-Fabriken

Mittwoch, 26. Juli 2017 | 13:26 Uhr

Apple will die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der Konzern habe den Bau von drei großen Fabriken in den USA zugesagt, nicht kommentieren. Trump hatte in einem am späten Dienstag veröffentlichten Interview mit dem “Wall Street Journal” gesagt, Apple-Chef Tim Cook habe ihm “drei große Werke versprochen – groß, groß, groß”.

Der US-Präsident machte keine Angaben dazu, wann diese “wunderschönen” Fabriken gebaut werden könnten oder was sie herstellen sollen. Apple wollte am Mittwoch auf Anfrage keine Stellung zu den Informationen nehmen. Trump macht bereits seit dem Wahlkampf massiv Druck auf amerikanische Firmen, mehr im Heimatland zu produzieren und hat in den vergangenen Monaten auch schon seine Erfolge in dieser Kampagne übertrieben.

Apple iPhones und andere Geräte werden – wie die meiste Elektronik – vor allem in China hergestellt. In Asien befinden sich weite Teile der Zuliefererkette und auch große Reserven günstiger und qualifizierter Arbeitskräfte. Deswegen gilt es in der Branche als unwahrscheinlich, dass Smartphones effizient in den USA produziert werden können.

Seine iPhones lässt der Konzern lokal nur in Ländern bauen, wo es ansonsten Verkaufsbeschränkungen gäbe. So wurde mit dem asiatischen Produktionspartner Foxconn eine Fertigung in Brasilien aufgesetzt, um einem Einfuhrzoll von 30 Prozent zu entgehen. Und in Indien soll es eine Voraussetzung für die Eröffnung von Apple Stores gewesen sein. Apples einzige verbliebene eigene Fabrik befindet sich im irischen Cork und stellt iMac-Computer her.

Unterdessen soll Apple nach einem verlorenen Patentstreit mit einer US-Universität gut eine halbe Milliarde Dollar zahlen. Der zuständige Richter erhöhte die Summe von 234 auf 506 Mio. Dollar (433 Mio. Euro), weil Apple nach dem Urteil im Jahr 2015 das Patent weiterhin verletzt habe, bis es Ende 2016 auslief.

Bei dem Patent der University of Wisconsin geht es um eine Technologie, die Chips effizienter machen soll. Apple entwickelt für seine Mobil-Geräte bereits seit einiger Zeit eigene Prozessoren auf Basis von Technologie des Chipdesigners ARM. Die Klage aus dem Jahr 2014 betraf Apples Chips in dem iPhone 5s, dem iPhone 6 und diversen iPads. Spätere Gerätegenerationen nahm die Universität mit einer weiteren Klage ins Visier.

Im ersten Verfahren stand ursprünglich eine Zahlung von bis zu 860 Mio. Dollar im Raum, doch Apple wurde von dem Vorwurf freigesprochen, das Patent wissentlich verletzt zu haben. Der Richter bekräftigte das jetzt. Zugleich brummte er Apple eine Zahlung von 1,61 Dollar pro betroffenes Gerät auf, das bis zum Urteil im Oktober 2015 verkauft wurde, und jeweils 2,74 Dollar für spätere. Apple war mit dem Versuch gescheitert, das Patent für ungültig zu erklären, und ging gegen das Urteil in Berufung.

Von: APA/ag.