Flugverkehr wird indirekt gefördert

Kerosinverbrauch steigt, bleibt aber steuerbefreit

Dienstag, 26. März 2019 | 11:05 Uhr

In Österreich wurde laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) im vergangenen Jahr so viel Kerosin getankt wie noch nie zuvor. Im Vergleich zum Jahr 2017 sei die Menge an in Österreich getanktem Kerosin um 12,4 Prozent oder 110 Millionen Liter auf etwas mehr als eine Milliarde Liter angestiegen, geht aus einer Aussendung des VCÖ am Dienstag hervor.

Da Kerosin im Gegensatz zu Benzin, Diesel und Heizöl von der Mineralölsteuer befreit sei, sei der Flugverkehr 2018 indirekt mit rund 490 Mio. Euro, also knapp einer halben Milliarde, steuerlich gefördert worden. Als Grundlage dieser Berechnung wurde die Mineralölsteuer auf Eurosuper herangezogen. Seit dem Jahr 2010 belaufe sich diese indirekte Steuerbefreiung kumuliert auf 3,8 Mrd. Euro, errechnete der VCÖ.

Im Sinne des Klimaschutzes und der Erreichung der Pariser Klimaziele fordert der Club daher die rasche Abschaffung dieser steuerlichen Begünstigung auf EU-Ebene und gleichzeitig einen deutlichen Ausbau der Schieneninfrastruktur in der EU. Denn Flugzeuge würden pro Personenkilometer “mehr als doppelt so hohe CO2-Emissionen wie Pkw, neun Mal so hohe CO2-Emissionen wie Reisebusse und 31 Mal so hohe Emissionen wie die Bahn in Österreich” verursachen, schreibt der VCÖ.

Von: apa