Große Qualitätsunterschiede bei Kinder-Gummistiefel

Kinder-Gummistiefel sind oft schadstoffbelastet

Donnerstag, 28. September 2017 | 07:10 Uhr

Nur ein “Sehr gut” und fünf “Gut” hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einem Test von 22 Gummistiefeln für Kinder vergeben. Hauptkritikpunkt war die Schadstoffbelastung. Zumindest wasserfest waren alle Modelle. Zum Sieger kürten die Tester im Magazin “Konsument” das Billigprodukt einer Sportkette (Inverness 100 von Decathlon/Solognac).

Die teuersten Stiefel (Original Kids First Classic von Hunter) schafften es gerade auf “durchschnittlich”. Diese Note wurden insgesamt neunmal vergeben, weitere sechs Erzeugnisse wurden mit “weniger zufriedenstellend” beurteilt.

Das im höheren Preissegment angebotene Produkt Lolly Pop Print von Aigle fiel durch (“nicht zufriedenstellend”). In den Stiefeln wurden kurzkettige Chlorparaffine in einer Konzentration von 2.800 mg/kg nachgewiesen, der Grenzwert liege bei 1.500 mg/kg. “Aus unserer Sicht hätten diese Stiefel niemals in den Handel gelangen dürfen”, kritisierten die Konsumentenschützer.

Kurzkettige Chlorparaffine stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. Aigle International teilte dazu mit: “Das Problem wurde durch die Bearbeitung einer Charge eines Rohstoffs verursacht, die mit den Umweltregelungen nicht konform war.” Die Lieferungen der betroffenen Ware seien ausgesetzt worden.

Zwei Modelle (Bundgaard und Aigle) enthielten laut VKI Naphthalin in so großen Mengen, dass der vom Ausschuss für Produktsicherheit in Deutschland empfohlene Maximalwert von zwei mg/kg überschritten wurde. Auch Cadmium wurde gefunden. Dabei wurde zwar der Grenzwert eingehalten, die Menge sei für einen Kinderstiefel aber trotzdem viel zu hoch, urteilten die Tester. Die Modelle von Muflon und Dunlop enthielten größere Mengen an Phthalaten (DINP).

Andere Hersteller hätten bewiesen, dass es möglich ist, frei von den genannten Schadstoffen zu produzieren. Das zeigten die getesteten Schuhe von Decathlon/Solognac, Demar, Deichmann, Bata und Crocs. Ebenfalls unter den sechs für gut befundenen Modellen fand sich ein Produkt der Marke Lurchi by Salamander, das allerdings polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aufwies. “Wir raten dazu, Produkte, die einen intensiven Geruch verströmen, vorsichtshalber nicht zu kaufen”, so die Tester. Gummistiefel sollten prinzipiell nicht allzu lange und immer mit Socken getragen werden.

Manche Stiefel patzten auf nassem Untergrund bei der Rutschfestigkeit. Von guten Erzeugnissen dürfe zudem erwartet werden, dass das Material nicht bricht, wenn es beim Gehen abgeknickt wird. Bei manchen Modellen habe sich im Obermaterial des Ristbereichs ein Loch gebildet, bei etlichen weiteren wurde die Sohle brüchig.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Kinder-Gummistiefel sind oft schadstoffbelastet"


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Oberlaender
Oberlaender
Grünschnabel
24 Tage 23 h

gift gift überoll isch eppas. miar als konsumenten wissen nia wos mr grod belostests ounhobm essn oder schnaufen oder inz gspritzt weart. traurige welt

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
24 Tage 18 h

…besser Gummibärchen als Gummistiefel… 😅

witschi
witschi
Universalgelehrter
24 Tage 18 h

jo, a bissl gift von allem isch lei guat. der körper gewöhnt sich drun und mocht ins hort. a bissl alk, a bissl nikotin, fleisch, goggelen, gespritzes obst ubd gemüse, gummi, lack usw.

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