Folgen der Krise noch spürbar

KMUs sichern Arbeitsplätze im Bausektor

Freitag, 12. Juni 2015 | 13:04 Uhr

Bozen – Die Beschäftigungszahlen zahlreicher Wirtschaftszweige leiden noch an den Folgen der Krise, eindeutig negativ war die Entwicklung im Bauwesen. Nur das Bauhandwerk hält die Arbeitsplätze fast konstant. „Jetzt heißt es, anzusetzen, damit die Beschäftigungszahlen wieder wachsen“, ist Markus Bernard, Obmann der Berufsgruppe Bau im lvh-Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister überzeugt.
 
In den vergangenen Jahren hatte die Südtiroler Bauwirtschaft stark mit der Krise zu kämpfen, Kräne sah man kaum, viele Arbeitsplätze wurden gestrichen. „Wir merken, dass sich die Situation langsam stabilisiert“, freut sich Markus Bernard, Obmann der Berufsgruppe Bau im lvh. Das bestätigt auch der jüngste Bericht der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt: Zwischen November 2014 und April 2015 waren 14.107 Beschäftigte im Baugewerbe tätig. 55 Prozent sind dabei im Bauhandwerk tätig, 45 Prozent in der Bauindustrie. Während in der Bauindustrie ein Rückgang von vier Prozent der Arbeitnehmer und somit auch ein Schrumpfen der Beschäftigten verzeichnet wurden, blieb die Anzahl der Bauhandwerker im selben Zeitraum praktisch konstant. „Die kleinen Strukturen unserer Betriebe ermöglichen es, die notwendige Flexibilität zum Meistern schwieriger Wirtschaftslagen aufzubringen. Die Mehrheit der Handwerker konnte der Krise trotzen und ihren Personalstand halten oder kürzlich wieder aufbauen“, bewertet lvh-Präsident Gert Lanz die Zahlen der Beobachtungsstelle positiv.

„Es zeigt sich einmal mehr, dass man in schwierigen Zeiten auf unsere KMU‘s bauen kann. Sie halten nicht nur stand, sondern sichern Arbeitsplätze, Nahversorgung und Ausbildungsplätze für unsere Jugendlichen“, erklärt Lanz. „Der Trend geht langsam wieder in die richtige Richtung“, betont Baugruppenobmann Markus Bernard. „Die nationalen und lokalen Maßnahmen zur Ankurbelung der Bauwirtschaft, wie die steuerliche Absetzbarkeit im Rahmen von energetischer Sanierungen, das Wärmekonto und die Kubaturbonuse haben sicherlich einiges zum Erhalt der Arbeitsplätzte und Auftragslage beigetragen. Nun gilt es aber, Förderungen vor allem im Bereich Sanierungen weiterzuführen und auszubauen. Im Interesse unserer Handwerksbetriebe und Angestellten, aber auch im Sinne des Erhalts regionaler Kreisläufe und eines zukunftsorientierten Energieverbrauchs unserer Wohnhäuser. Als Klimahausstandard sollte dafür aber in den nächsten Jahren Klimahaus B beibehalten werden, da sich der A-Standard und die damit verbundenen Mehrkosten für die Bauherren wieder negativ auf die Auftragslage auswirken würde“, unterstreicht Bernard abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen