Die Hohe Inflation drückt auf die Einkaufslust

Konsumflaute und Industrieschwäche bremsen Deutschland

Montag, 18. September 2023 | 12:37 Uhr

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft trüben sich nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank zusehends ein. “Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im dritten Quartal 2023 etwas schrumpfen”, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht September, der am Montag veröffentlicht wurde. Die Rückkehr der Konsumfreude bei Verbraucherinnen und Verbrauchern dürfte sich angesichts hartnäckig hoher Teuerung verzögern.

“Mit spürbaren positiven Impulsen vom privaten Konsum ist kaum zu rechnen. Trotz des etwas nachlassenden Preisanstiegs, der kräftigen Lohnzuwächse und der guten Arbeitsmarktlage halten sich die privaten Haushalte noch mit Ausgaben zurück”, konstatieren die Volkswirte der Bundesbank.

Im August war die jährliche Inflationsrate mit 6,1 Prozent nur minimal geringer ausgefallen als im Juli mit 6,2 Prozent. Der sogenannte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), den die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Geldpolitik heranzieht, betrug in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland im August 6,4 Prozent.

Die Bundesbank erwartet, dass in den kommenden Monaten sowohl die HVPI-Gesamtrate als auch die Kernrate – also die Inflation ohne schwankungsanfällig Preise für Energie und Lebensmittel – in Deutschland weiter sinken werden. Das liegt unter anderem an einem sogenannten Basiseffekt: Im Sommer 2022 hatten das auf drei Monate befristete 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt den Anstieg der Verbraucherpreise zeitweise gebremst, dieser Effekt entfällt nun. “Dennoch dürfte die Inflationsrate vor dem Hintergrund eines robusten Lohnwachstums auch mittelfristig deutlich oberhalb von zwei Prozent liegen”, schreibt die Bundesbank.

Deutlich gestiegene Energie- und Rohstoffpreise machen auch der Industrie in Deutschland zu schaffen. “Neben der Konsumzurückhaltung drückt auch die sich intensivierende Schwäche der Industrie die Wirtschaftsleistung”, heißt es im Monatsbericht. “Die niedrigen und weiter sinkenden Auftragseingänge sowie die abnehmenden Auftragsbestände schlagen sich immer deutlicher in der Industrieproduktion nieder.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Konsumflaute und Industrieschwäche bremsen Deutschland"


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Doolin
Doolin
Kinig
9 Tage 22 h

…Einkaufslust wär schon da, doch es fehlt die Kohle…

N. G.
N. G.
Kinig
9 Tage 19 h

Wieso? Knapp bri Kasse? Grins

claudiosincero
claudiosincero
Grünschnabel
9 Tage 21 h

zuerst …wir schaffen das…und jetzt die unsägliche Ampelregierung. Deutschland schafft sich selbst ab…

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Wer ist Schuld; die links-grün-rote, realitätsfremde Wirtschaftspolitik.

Lana77
Lana77
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Das einzige, was Deutschland bremst, bzw. ruiniert, ist die derzeitige (H)Ampel-Regierung 🤣

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Universalgelehrter
9 Tage 12 h

@Lana77: und was ust mit den CDU- und CSU-Verkehrsminister die mit ihrer Unterstützung der Autoindustrielobby (Stichwort: Aufhebung des Verbrennerverbots ab 2035, oder Augen zu beim Abgasskandal) die deutsche Automobilindustrie ruiniert haben?

Hustinettenbaer
9 Tage 9 h

@Tigre.di.montana
Als Monty-Python-Fan hat das doch was: Die Automobillobby buddelt ihren gierigen, inspirationslosen Geldgebern das eigene Grab.

OH
OH
Superredner
9 Tage 21 h

Dank Rot-Gelb-Grün wird es noch schlimmer werden !!!
Und das ist auch noch gewollt ! So wird dem Volk jegliches Geld aus den Taschen gezogen und in es Abhängigkeit gebracht. Dann läßt es sich auch einfacher regieren.

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Universalgelehrter
9 Tage 12 h

Naja, die CDU-Regierungen haben jahrelang den Milliarden-Steuerbetrug mit den Cum-ex-Geschäften unterstützt, bis der BGH sie wegen Unterstützung der Steuerhinterziehung anpfiff.
Das war die Ausplünderung des Volkes durch die Reichen.

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Universalgelehrter
9 Tage 12 h

Man merkt es in den Supermärkten: viele Preise fallen. Wasa-Knäckebrot hatte die Preise (z.B. von Sesamknäckebrot 0,99 Euro auf 2,49 Euro) mehr als verdoppelt und kräftig Marktanteile verloren. Schweizer Schokolade ist wieder für 1,19 Euro/100g Toblerone zu kaufen.
Die Unternehmen haben den Bogen überspannt, die Kunden kaufen weniger ein.

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