Frits Böttcher sollte Zweifel am menschengemachten Klimawandel säen

Konzerne finanzierten prominenten Klimawandel-Skeptiker

Sonntag, 23. Februar 2020 | 11:15 Uhr

Dutzende internationale Unternehmen wie der Ölkonzern Shell und die niederländische Fluggesellschaft KLM haben jahrelang den prominenten niederländischen Klimawandel-Skeptiker Frits Böttcher finanziell unterstützt. In den nun veröffentlichten “Shell Papers” heißt es, Böttcher habe zwischen 1989 und 1998 hunderttausende Euro erhalten, um Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu säen.

Zu Böttchers namhaftesten Unterstützern zählten den Journalisten zufolge neben Shell und KLM auch der deutsche Industriekonzern ThyssenKrupp sowie die niederländische Bankengruppe ING. Veröffentlicht wurden die “Shell Papers” der Plattform für authentischen Journalismus (PAJ) in der Zeitung “De Volkskrant” sowie auf dem niederländischen Investigativ-Portal “Follow the Money”. Demnach erhielt der inzwischen verstorbene Chemieprofessor Böttcher insgesamt rund 450.000 Euro von den Firmen, die er zur Veröffentlichung klimawandel-skeptischer Artikel und Meinungsbeiträge einsetzte.

Böttcher war 1968 eines der Gründungsmitglieder der einflussreichen Expertengruppe Club of Rome. Der Chemieprofessor der Universität Leiden war bekannt dafür, den Treibhausgaseffekt, der zur Erderwärmung führt, für einen “Mythos” zu halten. Seiner Einschätzung nach war CO2 sogar “gut für den Planeten”.

Mehrere der in den Recherchen genannten Unternehmen gaben an, die Vorwürfe nicht überprüfen zu können. Die angeblichen Finanzhilfen für Böttcher lägen zu lange zurück. “Das war vor 25, 30 Jahren. Wir können nicht darüber spekulieren, was genau passiert ist und in welchem Kontext”, erklärte Shell. KLM teilte mit, es gebe “keine Hinweise”, dass das Unternehmen Böttcher vor 30 Jahren unterstützt habe. Auch ThyssenKrupp erklärte, es könne die Vorwürfe nicht bestätigten, versicherte aber, das Unternehmen unterstütze keine “Klimawandel-Skeptiker”.

Von: APA/ag.