Der Konzern betreibt in Kroatien rund 400 Tankstellen

Korruptionsaffäre erschüttert kroatischen Ölkonzern INA

Montag, 29. August 2022 | 15:58 Uhr

Den teilstaatlichen kroatischen Ölkonzern INA erschüttert eine Korruptionsaffäre. Ein Geschäftsführer soll mit dubiosen Gasgeschäften dem Konzern rund 1 Mrd. Kuna (rund 133 Mio. Euro) Schaden verursacht und das Geld zusammen mit Komplizen einkassiert haben. Fünf Personen wurden laut Medien am Wochenende festgenommen. Die Behörde zur Geldwäschebekämpfung sperrte über 800 Mio. Kuna (106,5 Mio. Euro) an den Konten der Verdächtigten, die größte Summe, die sie je eingefroren hat.

Der Leiter der INA-Erdgasabteilung, Damir Škugor, wird Berichten zufolge verdächtigt, das Gas aus Eigenproduktion der INA deutlich unter dem Marktwert über eine Distributionsfirma an ein Privatunternehmen verkauft haben, das es wiederum für einen viel höheren Preis weiterverkaufte. Die Gewinne sollen die Beteiligten in die eigenen Taschen gesteckt haben. Aufgeflogen ist das Geschäft, weil Banken auf verdächtigte Einzahlungen von hohen Geldsummen auf das Konto eines Pensionisten aufmerksam wurden und die Behörden alarmierten. Der Pensionist ist Škugors Vater.

Škugor und sein Vater sollen den Großteil der Gewinne kassiert haben, allein auf dem Konto des Pensionisten wurden 500 Mio. Kuna sichergestellt. Unter den Verdächtigten befinden sich auch die Vorstandschefin der Distributionsfirma “Plinara Istočne Slavonije”, in der Škugor stellvertretende Aufsichtsratschef ist, sowie die beiden Eigentümer der Privatfirma “OMS”. Einer davon ist Vorsitzender der kroatischen Anwaltskammer. Für alle wurde die U-Haft verhängt.

Die Affäre, die als die größte Plünderung der INA bezeichnet wird, scheint auch eine politische Dimension zu bekommen. Die Opposition fordert, dass die Regierung von Premier Andrej Plenković zur Verantwortung gezogen wird, da sie die Führung von INA bestellte, die offenbar nicht gemerkt hatte, dass dem Konzern 1 Mrd. Kuna gestohlen wurde. Der Wirtschaftsminister Davor Filipović kündigte unterdessen am Montag an, eine außerordentliche Prüfung des Gasgeschäfts von INA ab dem Jahr 2020 zu beantragen.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz