"Es war wie eine Geiselnahme"

Kritischer russischer Milliardär bekommt Putins Zorn zu spüren

Montag, 02. Mai 2022 | 16:20 Uhr

Der russische Milliardär Oleg Tinkow ist nach eigenen Angaben wegen seiner Kritik an Moskaus Krieg in der Ukraine zum Verkauf seiner Bank für einen Bruchteil ihres Werts gezwungen worden. “Ich konnte nicht über den Preis diskutieren. Es war wie eine Geiselnahme – du nimmst, was dir angeboten wird”, beschrieb er den Verkauf in einem Interview der “New York Times”, das am Montag in den russischen Medien für Schlagzeilen sorgte.

Er habe sich Leibwächter zugelegt, weil ihm Freunde mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst erzählt hätten, dass der Kreml ihn töten wolle, berichtete der seit einigen Jahren im Ausland lebende Milliardär. Laut Tinkow hat zudem die Kremlverwaltung dem Management der von ihm gegründeten Tinkoff Bank mit Verstaatlichung gedroht, wenn das Geldhaus nicht die Verbindungen zu ihm kappt.

Er sei daraufhin gezwungen gewesen, seinen Anteil von 35 Prozent “für Kopeken” zu verkaufen. Der Käufer – Milliardär Wladimir Potanin – habe ihm nur 3 Prozent des realen Werts bezahlt, klagte Tinkow. Die Tinkoff Bank bestritt die Darstellung ihres Gründers. Es habe keine Drohungen gegeben, teilte Russlands zweitgrößte Privatbank mit.

Tinkow hatte im April den von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine als “sinnlos” bezeichnet und behauptet, 90 Prozent der Russen seien dagegen. Die Misserfolge der russischen Armee führte er auf Korruption zurück, da das ganze Land “in Freunderlwirtschaft, Speichelleckerei und Unterwürfigkeit” gefangen sei. Zwei Tage später hatte die Tinkoff Bank eine Umbenennung angekündigt. Wenig später wurde auch der Aktienverkauf publik.

Von: APA/dpa

Kommentare

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19 Kommentare auf "Kritischer russischer Milliardär bekommt Putins Zorn zu spüren"


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Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
17 Tage 11 h

Dazu kein Kommentar denn die Tatsachen sprechen für sich.

WER STOPPT PUTIN❓

Doolin
Doolin
Kinig
17 Tage 10 h

…wenn man so die jüngsten Fotos vom Putin aufmerksam anschaut, muss man wohl oder übel zum Schluss kommen, dass der russische Zar an irgendeiner Krankheit leidet…

Tropical
Tropical
Neuling
17 Tage 9 h

Zuneigung, Wertschätzung und Kommunikation statt Lieferung von Waffen und die offene Frage wer mit in den Krieg zieht um den Krieg zu stoppen.

Alle wollen Frieden, bis die Propagandaindustrie anrollt und alle mitreißt die bei diesen Artikeln den Glauben an den Frieden nur ein kleines bisschen anzweifeln.

Staenkerer
17 Tage 9 h

@Doolin wenn a stoan in der brust, geld in de adern und mochtgier im kopf a kronkheit isch …
jetz dorfs niemand mehr wundern das de russn kuschn, de ormen aus ongst das se nit derhungern und de supperreichn dasihr reichtum lei mehr für fünf lebn reicht, nimmer für fuchzig!

selwol
selwol
Superredner
17 Tage 9 h

Lieber Doolin,du wirst es nicht glauben,bei dir merkt man es bereits ohne dich zu sehen

aschpele
aschpele
Tratscher
17 Tage 7 h

@selwol
Ich kann mir den irren Blick gut vorstellen… 😉

OrB
OrB
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

@Doolin
Geistig auf jeden Fall unheilbar.

Simba
Simba
Universalgelehrter
9 Tage 6 h

Keiner .Alle haben Angst von Putin.

Doolin
Doolin
Kinig
17 Tage 11 h

…wer beim Zaren nicht zu Kreuze kriecht, hat halt bald ausgschissen…
💩😖

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Tratscher
17 Tage 10 h

Ja. Und der Arm des Zaren reicht weit über die Grenzen Russlands hinaus…

honga
honga
Tratscher
17 Tage 6 h

der “herrgott” gibt, der “herrgott nimmt”.

inni
inni
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

Ich möchte nicht wiedergeboren werden. Zu gefährlich, wo man hineingeboren wird: in einer Diktatur, in einem Krieg, in einer Favella in … 

inni
inni
Universalgelehrter
17 Tage 10 h

… oder zu gravierenden Fallfehlern neigt wie ich 😜

Hustinettenbaer
17 Tage 9 h

Ach inni, egal 😉.
Fallfehler sind ohne Zusammenhang mit einem guten Karma. Ich drück die Daumen, man sieht sich 🤣.

inni
inni
Universalgelehrter
17 Tage 4 h

Ich danke Ihnen für Ihre Nachsicht … 😀

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Erstaunlich, dass den russischen Bürgern so wenig bewusst ist, dass sie de facto in einer Diktatur mit Scheinwahlen leben wo jeder ob arm oder reich der Willkür des Zaren ausgeliefert ist. Gerichte, Medien, Politik, alles muss sich seinem Willen beugen oder es drohen Tod und Gefängnis. Das alles stört scheinbar nur Einzelne, die breite Masse scheint unter Hypnose zu stehen.

Hustinettenbaer
16 Tage 18 h
„Russland war nie ein Nationalstaat im westeuropäischen Sinne, sondern immer eine Kombination Nationalstaat mit Imperium. Darauf waren sie auch stolz.“ Die überwiegende Bevölkerung (bis auf die Tycoone) verabscheute Raubtierkapitalismus, Armut und Chaos der Jelzin-Ära. Sein Kronprinz Putin war zunächst ein blasses Jüngelchen. Aber. Beweise sind vage, aber ich traue ihm bzw. seinen Helfershelfern die 4 Anschläge in Moskau mit 300 Toten zu, um vor den Präsidentenwahlen in Tschetschenien das zu machen: „Wir werden die Terroristen überall hin verfolgen. Notfalls machen wir sie auch auf dem Scheißhaus kalt. Sonst noch Fragen?“ Und zack bum, war er gewählter Präsident. Gleichgeschaltete Medien. Wenn… Weiterlesen »
widder52
widder52
Tratscher
17 Tage 9 h

ein Spruch des Zaren!
willst du nicht mein bruder sein dann schlag ich dir den schädel ein

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Armer Oligarch, diesmal hast du mal den kürzeren gezogen.
Wie oft hast du die kleinen Leute über den Tisch gezogen, schon mal daran gedacht???

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